Artikel nach Jahrgang und Nummer

Die Diplomatie der "nationalen Frage":
DAS EINZIGE UND DAS BESSERE DEUTSCHLAND

Die BRD will von Anfang an das ganze Deutschland sein. Ohne falsche Scham definiert sie sich als "Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches"; und das nicht, um ein paar sonst herrenlose staatliche Verbindlichkeiten aufzusammeln.

Prinzipien eines christlich-demokratischen Handlungsbedarf
FOLTER, MORAL UND POLITIK

Als Zweck seiner Chile-Reise hat Norbert Blüm angegeben, er wolle sich vor Ort überzeugen - davon, wie es die chilenische Regierung mit dem Foltern hält.
Verlogener ging es nun wirklich nicht.

USA / Handelspolitik mit dem Iran wird geprüft

In demselben Intemiew erklärte der Handelsbeauftragte, er sehe bisher keinen Grund für eine Unterbindung der US-Importe aus dem Iran. Zu den Meldungen, wonach die US-Administration ihre Handelspolitik mit dem Iran überprüft, um für den Fall einer Verschärfung der Situation im Golf mit einem Eventualplan gewappnet zu sein, erklärte Yeutter, die USA hätten weder ihre diplomatischen Beziehungen zum Iran abgeschnitten noch dem Land den Krieg erklärt.

Rudolf Heß:
DER LETZTE KRIEGSVERBRECHER HAT GEKÜNDIGT

Seinen Dienst als Denkmal der Allierten nämlich; als lebendiges Erinnerungsstück für jenen schönen Prozeß, den die Sieger des vorigen Weltkriegs den Verlierern gemacht haben, damals in Nürnberg. Denn das mögen siegreiche Staaten: den unterlegenen Gegner nachträglich ganz offiziell und formvollendet ins Unrecht setzen.

Honecker kommt
EIN (UN-)STAATSBESUCH WIRD VORBEREITET

In der DDR kennen aufrechte westdeutsche Bürger sich aus: Sie besteht im wesentlichen aus 17 Millionen "Brüdern und Schwestern"; einer Mauer drumrum und einem Honecker, der das Ganze mit russischem Schießbefehl unter der Fuchtel hat. Und ausgerechnet dieser Honecker wird demnächst von unseren Kohls und Weizsäckers mit allem Drum und Dran als Staatsgast, empfangen.

Die islamische Republik Iran und ihr Krieg:
MISSION UND OHNMACHT DES ISLAMISCHEN ANTI-IMPERIALISMUS

Die islamische Republik Iran schickt reichliche Massen ihrer Jugend in den sicheren Tod an der irakischen Front, wann immer sie eine Gelegenheit für eine erfolgversprechende Offensive sieht. So ist das in einem Krieg.

Gegen die imperialistischen Spiegelbilder von der islamischen "Revolution"

Es ist schon grotesk: Eine Öffentlichkeit, die christliche Parteien normal findet, ihren politischen Führern bei öffentlichem Schaubeten zuguckt und Horoskope keineswegs ablehnt, schüttelt den Kopf über den islamischen Religionseifer, der im Iran regiert. Sie versteht es gut, wenn der US-Präsident die Sowjetunion in apokalyptischen Bildern als "Reich des Bösen" beschimpft; daß für den Imam Khomeini das westliche Imperium der "große Satan" ist, findet sie hingegen unbegreiflich.

Henry A. Kissinger
UNSER GRÖSSTER AMI

Richard Nixons einstiger Berater und Außenminister soll fränkischer Doktor werden. Die Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen hat beschlossen, ihm den Dr.

Freude über den Arias-Plan:
NOCH MEHR FRIEDEN FÜR NICARAGUA

Subversiven Terror und Bürgerkriege veranstaltet in der Freien Welt von heute nur noch einer. Wo ihr ein Staatswesen nicht paßt, setzt die US-Regierung ihre Ehre darein, Freiheitskämpfer dagegen in Marsch zu setzen.

Schon wieder eine Zuspitzung in der Rüstungsdiplomatie:
DER TRICK, DER SICH PERSHING 1A NENNT

Der Kanzler hat sich bereit erklärt, auf die Modernisierung der 71 Pershing 1A zu verzichten. Er beansprucht also eine souveräne nationale Verfügung über diese Atomträger.

Ein Rationalist phantasiert

Popper ist zeitlebens nicht müde geworden, die paar gar nicht kühnen wissenschaftstheoretischen Einfälle seines Lebens zu wiederholen - und vor allem zu popularisieren: "Ich glaube ein wichtiges philosophisches Problem gelöst zu haben: das Induktionsproblem. (Ich muß die Lösung etwa 1927 gefunden haben.)"

Neues von der alten "Neuen Linken"
PROKLA

ist ein Zeitschriften-Name und eine Abkürzung. Die Urheber hielten den Klassenkampf von jeher für eine problematische Angelegenheit, statt sich für ihn einzusetzen.

Bonner Charaktere: Otto Schily:
EIN GRÜNER ZIMMERMANN

Wenn die "geFLlCKte Republik" auf der öffentlichen Anklagebank sitzt; wenn die Bonner Größen durch Parlamentarische Untersuchungsausschüsse in Widersprüche verwickelt werden; wenn sogar der Bundeskanzler eine Anzeige wegen Meineids abbekommt: Otto Schily von den Grünen ist immer führend beteiligt. Denn das hat er sich zu seinem besonderen politischen Aufgabenfeld erwählt und damit hat er sich für seine Partei unentbehrlich gemacht: allein mit dem Buchstaben des Rechts und mit der Moral unbedingter Gesetzestreue den politischen Gegner ins Unrecht zu setzen.

Streiks in Südafrika und Südkorea
BEITRÄGE ZUR POLITISCHEN EMANZIPATION DER ARBEITERKLASSE IN ENTWICKLUNGSLÄNDERN

In Südkorea und in Südafrika wird gestreikt, und nicht zu knapp. Die Presse hierzulande gibt ihrer Verwunderung darüber Ausdruck, daß die das dürfen.

Des guten Bürgers liebster Denksport:
KOPF AB - NEIN ODER LIEBER DOCH?

Leseranfrage:
"Erschien in Ihrer Zeitschrift in den letzten Jahren ein Artikel über das Thema "Wiedereinführung der Todesstrafe in der BRD" bzw.

Wer will, wem fehlt eigentlich die Wiedervereinigung?

Kein Interessensverband oder Verein in der BRD ist jemals darauf gestoßen, daß er ohne die Einheit mit denen drüben gar nicht zurechtkommt - weder die Gewerkschaften noch der Einzelhändlerverband oder die Bauern. Die westdeutschen Unternehmen, sonst für imperialistische Frechheiten immer aufgeschlossen, haben in praktischer Hinsicht auch andere Anliegen; außerdem steht ihnen mittlerweile ziemlich die ganze Welt offen, einschließlich schöner Möglichkeiten in der DDR.

Streik bei VW in Mexiko
VOM RECHT AUF MINDESTLOHN

Wirtschaftsquellen melden für Mexiko eine Inflationsrate, die "über alle Projektionen hinaus geht"; für Juli aufs Jahr hochgerechnet beträgt sie 133,5%. Wer hier von Lohnarbeit leben muß, hat allein schon durch die segensreichen Einrichtungen der Weltwirtschaft eine Einkommensquelle, die ihm seine Lebensmittel Monat für Monat beschränkt.

Wem fehlt eigentlich die "Wiedervereinigung"?

Die Bauern haben mit der EG schon genug Probleme. Die Industrie macht mit dem Osthandel zwar nie genug Geschäfte; aber das ist ein ganz anderes Problem.