Artikel nach Jahrgang und Nummer

KONSTRUKTIVER ANTIIMPERIALISMUS

Die führenden Repräsentanten der kommunistischen und Arbeiterparteien, der Staaten und Regierungen der Mitgliedsländer des RGW sind der Ansicht, daß es notwendig ist, nicht auf die Konfrontation zwischen Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung, nicht auf die Errichtung immer neuer Hindernisse in den Beziehungen zwischen ihnen hinzu arbeiten, sondern nach konstruktiven Wegen der Entwicklung friedlicher, stabiler internationaler politischer und ökonomischer Beziehungen unter Berücksichtigung der in der Welt existierenden Realitäten und der Interessen aller Länder zu suchen.

Zum 100. Geburtstag
WER WAR ERNST BLOCH?

Das Erbe des 1977 in Tübingen gestorbenen Philosophen wird in der Tat von vielen reklamiert. Die einen begrüßen seinen proletarischen Standpunkt und bringen nun, da er 100 würde, seine Werke neu aufgelegt in der DDR wieder heraus.

Zhao Ziyang in Europa
AUF DER SUCHE NACH WELTMACHT

Der chinesische Ministerpräsident war auf Staatsbesuch in Europa und machte "im eleganten dunkelblauen Nadelstreifen-Zweireiher mit weißem Ziertuch eine tadellose Figur" ( Die Zeit) auch bei Westdeutschlands Politikern, Unternehmern und Öffentlichkeit. Zu welchem Zweck eigentlich?

DIE WELT DER DIPLOMATIE

Eine Vorgehensweise in den sogenannten zwischenmenschlichen Beziehungen als diplomatisch zu charakterisieren, gilt im Alltags-Sprachgebrauch als ein zweischneidiges Kompliment. Es enthält die Anerkennung geschickter Verfolgung der eigenen Ziele ebenso wie die Feststellung, daß dabei - "auf Umwegen arbeitend " (dtv-Lexikon zum Stichwort ‚diplomatisch‘) - der Gegenspieler über einen bestehenden Interessengegensatz im Unklaren gelassen, wenn nicht hinweggetäuscht wurde.

PERSON: HEINER GEISSLER

Seit 1977 ist Heiner Geißler Chef der Propagandaabteilung der Christlich Demokratischen Union (bürgerliche Berufsbezeichnung: Generalsekretär). Er hat sich in der Ausübung dieses Amtes großes Auf- und Ansehen erworben.

Alternative in der Krise
DIE GRÜNEN LASSEN DIE LATZHOSEN RUNTER

Der Mißerfolg bei den Wahlen im Saarland und in Nordrhein-Westfalen hat bei den Grünen einen Diskussionsprozeß ausgelöst, der sich zunächst in nichts unterscheidet von der Wahlbewältigung anderer Parteien:
Kindersex, ein zu dickes Programm (630 Seiten), zu wenig Engagement der noch vom Kommunalwahlerfolg berauschten Basis, zu wenig "überzeugende Persönlichkeiten".

MIT HEBELN GEPLANT

Wie überall präsentiert sich auch in den Gesellschaften des realen Sozialismus der Reichtum in Gestalt von Gebrauchswerten. Er besteht aus Arbeitsprodukten, die je nach ihren Eigenschaften Bedürfnisse in der Konsumtion oder Produktion befriedigen.

Volksabstimmung in Italien
MEHRHEIT FÜR VERARMUNG

Am 10. und 11.

Korrespondenz
"Nationalismus von links"

H.B., Oberhausen
Nationalismus ist ein Fehler: hier und anderswo

NACHRICHTEN VON DER MARKTWIRTSCHAFT

Leadership

war das Thema des diesjährigen "Internationalen Management-Gesprächs" in St. Gallen, über das die "Süddeutsche Zeitung" unter dem Titel "Die Kunst des Führens" berichtet. Wie das Thema schon verrät, redeten die Manager darüber, daß es sie gibt, woraus sich immer eine schöne Feier machen läßt. Zu diesem Zweck hatten sie sich ein paar Professoralaffen bestellt, die ihnen umstandslos bestätigten, daß sie die Größten sind. Dabei wurden folgende Erkenntnisse über den Manager - der Sache nach eine bornierte Kreatur, die an möglichst viel Kredit zu kommen sucht, um aus den Lohnarbeitern und auf ihre Kosten maximalen Profit zu schlagen - geschürft: Fritjof Capra stellte fest, daß "praktisch alle heutigen Wirtschaftsprobleme Systemprobleme seien"; der nächste Professor schob kongenial ein "Plädoyer für ganzheitliches Denken" nach. Gemeinsames Resultat: "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile." Gerade deswegen mußten natürlich möglichst alle Teile vorgeführt werden, die in der ganzheitlichen Leader-Person herumliegen. Auf (handverlesenen!) 11 cm Zeitungsspalte kamen zusammen:

ZUR POLITISCHEN ÖKONOMIE DES REALEN SOZIALISMUS

Der Einfall, einen Sozialismus aufzumachen, ist den Staatsgründern des Ostblocks aufgrund ihrer Kritik am Kapitalismus gekommen. Inwiefern diese Kritik mit der von Marx übereinstimmte und wo nicht, läßt sich durch das Studium beider Abteilungen klären. Wer in bezug auf die Differenzen richtig liegt, auch. Allerdings nicht durch die Ernennung des älteren Kritikers zur unanfechtbaren Berufungsinstanz, sondern durch Prüfung der Argumente.

"Katholischer Erwachsenen-Katechismus", hrsg. von der Deutschen Bischofskonferenz
WER'S GLAUBT, WIRD SELIG

Einer fragte Herrn K., ob es einen Gott gäbe.

Reagans SALT II-Manöver
WOFÜR RÜSTUNGSVERTRÄGE NOCH GUT SIND

Ein absurdes Theater hat Reagan bei seinen Verbündeten einen extra gute Ruf und im eigenen Land Kritik von Parteigängern und Zustimmung von der Opposition eingebracht.
"Die Vereinigten Staaten sind bereit, den SALT-II-Vertrag von 1979, der Ende dieses Jahres formell auslaufen würde, so weitgehend wie möglich weiter zu respektieren, falls auch die Sowjetunion sich an das Abkommen hält, ihre nukleare Aufrüstung bremst und die Bereitschaft zu Kompromissen bei den Genfer Abrüstungskontrollverhandlungen erkennen läßt."

Ein Nachtrag zur "Katastrophe im Stadion"
VON DER MISSION EINES FANS, IHRE FOLGEN - UND IHRE GRENZEN

Die Bezeichnung "Fußball-Fan" ist verkehrt. Sie verharmlost jenes Engagement, dem sich die Leichen von Brüssel verdanken, zur Begeisterung für eine Sportart.

Die Sowjetunion
SOZIALISMUS ALS WELTMACHT

Solange der Sozialismus brav und bieder daherkommt, solange er in Gestalt einer Vorstellung von einem ebenso gerechten wie harmonischen Miteinander auftritt, läßt ihn die moderne demokratische Welt ein bißchen gelten. Als Ideal von Konkurrenz und Gewalt, mit dem dritten bürgerlichen Grundwert "Solidarität" als Motto, hat er sogar den Rang einer geistigen Tradition erobert, die im bürgerlichen Parteienstreit um die politische Macht genauso zitierfähig ist wie der christliche Glaube. Die Ideen von einer besseren Welt, in der alles abgeschafft ist, was ein moralisches Gemüt so an Härten des Kapitalismus wahrnimmt, gehören zum festen Repertoire bürgerlicher Politik, die in ihrem Programm das Versprechen der Besserung und des Fortschritts nicht missen will.

DER STAAT ERFÜLLT EINEN "MENSCHHEITSTRAUM"

Im Westen genießt ein jeder die Freiheit, sich seine ganz eigene, für ihn bedeutsame, ansonsten aber reichlich belanglose Meinung zurechtzulegen, weshalb und inwiefern er es als Mitglied gerade seiner Nation und als Subjekt einer geschäftlich eingerichteten Arbeitswelt besonders gut getroffen hat. Die Auffassung, in einer Gesellschaft zu leben, die nur darauf wartet, daß ihre Chancen und guten Gelegenheiten tätig ergriffen werden; die Gewohnheit, sich die stinknormale Lebensumgebung zur eigens gewünschten Heimat zu verklären, weil man per Geburt ihr angehört; die moralische Befriedigung, in einer "Wertegemeinschaft" zu leben, deren seelischen Nährwert kein anderes "System" zu bieten hat - all das und beliebig vieles mehr tut sein gutes Werk für die Selbstzufriedenheit moderner Zeitgenossen, die sich ein anderes Leben nur als Knechtung vorstellen können, auch wenn ihre banaleren Vorteilsrechnungen nie so recht aufgehen.

Die Weltpolitik des realen Sozialismus
DIE SOWJETMACHT MACHT ERNST MIT DEM FRIEDENSKAMPF

Jede der beiden Weltmächte begründet ihre andauernden Rüstungsanstrengungen mit der Notwendigkeit und dem paradoxen Vorhaben, die jeweils andere Seite zum Frieden zu zwingen. Damit endet aber auch schon die Übereinstimmung, selbst im Bereich der ideologischen Abstraktionen.

DIE SOWJETMACHT DEFINIERT IHREN WELTPOLITISCHEN AUFTRAG

"10. Das Bekenntnis zum Internationalismus in Worten und seine Ersetzung in der Tat, in der gesamten Propaganda, Agitation und praktischen Arbeit, durch spießbürgerlichen Nationalismus und Pazifismus ist eine ganz gewöhnliche Erscheinung nicht nur in den Parteien der II. Internationale, sondern auch in solchen, die aus dieser Internationale ausgetreten sind, ja mitunter sogar in solchen, die sich jetzt als kommunistisch bezeichnen.

DER GANZ NORMALE WAHNSINN

Klappt der dritte Weltkrieg?

"Präsident Reagans problematischer 'Sternenkrieg'

Weizsäcker auf dem evangelischen Kirchentag
AUF EINER WOGE NATIONALER BEGEISTERUNG

Daß Kirche und Staat getrennt marschieren, um desto effizienter vereint zuschlagen zu können, haben sie zuletzt wieder einmal am 21. Evangelischen Kirchentag in Düsseldorf bewiesen.