Artikel nach Jahrgang und Nummer

Der Anschluß als Material des Parteienstreits
VOM NUTZEN DER DEMOKRATIE UND IHRER LÜGEN FÜR DIE NATION

Deutschland "wächst zusammen" - und die Parteien hören nicht auf zu streiten. Sie "buhlen" in "historischer Stunde" um Wählerstimmen - und die Nation schüttelt bedenklich ihr Haupt über solch "unwürdiges" Verhalten.

DIE EINFÜHRUNG DES PRIVATEIGENTUMS IN DER DDR

Im ersten Halbjahr 1990 wurde in der DDR eine Systemauseinandersetzung entschieden. Der reale Sozialismus wurde abgeschafft, der Kapitalismus eingeführt.

Die Kapitalisierung der DDR
VOM UNTERSCHIED ZWISCHEN STAATSWILLEN UND GESCHÄFTSKALKULATION

Eine Zeitlang haben west- und ostdeutsche Politiker so getan, als wären bundesdeutsche Kapitalisten nur so darauf brennen, ihr Kapital in die aufgelassene DDR-Wirtschaft zu stecken; als würden die außergewöhnlich günstigen Einkaufspreise für Boden, Gebäude, Arbeit etc. garantiert ein "zweites Wirtschaftswunder" bewirken; als bedürfte es staatlicherseits nur eines entschlossenen "Abbaus von Investitionshemmnissen", damit die tatendurstige "Unternehmerinitiative" voll zulangen könne, wohingegen finanzielle Zuwendungen des Staates sich sehr in Grenzen halten könnten.

I. Neues vom Weltmarkt der Ideologien

Die Entwicklungsländer haben ihren Namen von einer politökonomischen Ideologie. Derzufolge handelt es sich bei den Nationen des erfolgreichen Kapitalismus um eine weltgeschichtliche Norm, bei den exotischen Staatskreaturen der kapitalistischen Weltherrschaft um Vorstufen dazu, ausgestattet mit einer naturwüchsigen Tendenz, auch so zu werden wie ihre maßstabsetzenden Vorbilder.

A. Demokratische Politökonomie Elends:
MIT WAHLRECHT UND PARTEIENPLURALISMUS GEGEN STAATSBÜROKRATISCH-SOZIALISTISCHE ENTWICKLUNGSRUINEN

Im Jahr 1990 hält eine große bürgerliche Zeitung, die "Süddeutsche", wieder einmal eine Artikelserie über Afrika für fällig. Ihre Reporter durchreisen auch solche Staaten, deren Hauptstädte nur Kenner beim Namen wissen, und berichten.

Politische Ökologie des Elends:
WELTWEITER NATURSCHUTZ GEGEN DEN SCHÄDLING MENSCH

Linke Freunde einer besseren Welt sehen im Elend der 3. Welt seit langem ein starkes Argument für die Reformbedürftigkeit der herrschenden kapitalistischen Verhältnisse.

Klarstellungen zum Aufmarsch am Golf
ES GEHT UM VIEL MEHR ALS UM "UNSER ÖL"

Der Irak ist auch so ein Ölstaat . Im Unterschied zu den meisten arabischen Ö1staaten verfügt er aber über eine ganze Menge Volk, das zur Mehrung des nationalen Wohls einsetzbar ist, und über eine ansehnliche Streitmacht, die er nicht zuletzt vom freien Westen bekommen hat, als der Krieg Saddam Husseins gegen den Iran ins westliche Konzept paßte.

Die Dritte Welt ohne die Zweite
EIN STÜCK IMPERIALISMUS, SONST NICHTS

War da nicht neulich noch was? Eine "rote Gefahr" über der 3.

Die erneuerte PDS verbündet sich mit versprengten West-Linken, um in der gesamtdeutschen Anschlußwahl die 5%-Klausel zu überspringen, zwei ungleiche Partner, ein Ziel:
FÜR EINE LINKE OPPOSITION IN DEUTSCHLAND

Die PDS bietet das bisher einzigartige Beispiel einer sozialistischen Staatspartei, die sich eine Weiterexistenz vornimmt, nachdem ihr Daseinszweck dahin ist: Diese Staatspartei hatte einen Staat aufgebaut und organisiert, sie hatte die Treue zu diesem Staat organisiert und die Millionen Opportunisten innerhalb und außerhalb der Partei unter Kontrolle gehalten; ihr Antikapitalismus war ein fertiger Staat, Kritik am Kapitalismus daher überflüssig, Opposition im Sozialismus aber verpönt bis verboten. Das alles ist gegen ihren Willen über den Jordan gegangen.

A. Zum Beispiel Lome IV:
DIE EG BETREUT, REFORMIERT UND SANIERT SICH IHRE KOLONIALWARENLIEFERANTEN ZURECHT

Seit 1975 nimmt sich die Europäische Gemeinschaft einer Anzahl ehemaliger Kolonien der europäischen Großmächte besonders an. Zunächst 66, jetzt 69 überwiegend kleine Länder in Afrika, in der Karibik und im Pazifik (AKP-Staaten) werden im Rahmen eines Abkommens betreut, das nach dem Verhandlungsort in Togo Lome-Abkommen heißt und Ende 1989 für die Zeit bis zum Jahr 2000 fortgeschrieben worden ist.

Linke Antworten auf die "Deutsche Frage"
ÜBER DIE UNFÄHIGKEIT DER LINKEN, EINEN ERFOLGREICHEN NATIONALISMUS ZU KRITISIEREN

Wenn eine Nation mit ihren heimischen und auswärtigen Ambitionen nicht wunschgemäß zum Zuge kommt; wenn der soziale Friede nicht die pflegeleichte Form eingespielter Tarifrunden hat; wenn über den nationalen Energiekurs mit seinen atomaren Optionen Streit entbrennt und betroffene Bürger sich zu Wort melden, wenn Debatten über die Aufrüstungsvorhaben geführt werden und die nationale Rolle im militärischen Bündnis problematisiert wird; wenn in die Welthändel involvierte Politiker im Verein mit der Öffentlichkeit Handlungsfreiheit und Souveränität vermissen; wenn nationale Unternehmer statt ansehnlicher Profite Verluste und Pleite machen und die ökonomischen Erträge kapitalistischen Wachstums in den Augen seiner Agenten und Sachwalter zu wünschen übrig lassen; wenn also die Nation nach ihren eigenen Maßstäben Mißerfolge zu verzeichnen hat und lauter nationale Problemlagen konstatiert: kurz, wenn von "Krise" die Rede ist - dann sind die Linken mit ihren kritischen Diagnosen zur Hand und entdecken in allem die Phänomene einer Krise des Kapitalismus und des Nationalstaats, das Scheitern der bürgerlichen Demokratie- und Sozialstaatsillusionen. Da sind sie zur Stelle, weisen mit erhobenem Zeigefinger auf die klägliche nationale Bilanz und teilen dem System mit Verweis auf die Opfer und Probleme sein notwendiges Scheitern mit.

Perestroika im Überbau
RUSSISCHE SEELE IM AUFBRUCH

Die "De-Ideologisierung" der SowjetgeseUschaft - so heißt die Befreiung von "stalinistischem Ungeist" und "weltanschaulichem Dogmatismus" - geht stürmisch voran: mit einer Flut von Ideologien finsterster Art, vor deren fortschreitender Radikalisierung mittlerweile selbst diejenigen mitunter die Ohren anlegen, die diese allzu menschlichen Werte als gediegene moralische Grundausstattung eines humanen Gemeinwesens so sehr zu schätzen wissen.
Das unzensierte sowjetische Geistesleben

II. Neues vom Schuldenberg
NACH DER "ENTWICKLUNG" DIE "SANIERUNG"

Die Weltbank führt interessante Bilanzen. Sie addiert nicht bloß die Auslandsschulden der Staaten, die sie zur 3.,

Zu den Ursachen des Untergangs der SED
Mutmaßungen aus dem Politbüro

"Unser Sozialismus war administrativ, er war nicht demokratisch." (Horst Sindermann im "Spiegel" - Interview, 19/1990)

DER WARSCHAUER PAKT 1945 - 1990 EIN NACHRUF

Mit dem Staatenbündnis des Warschauer Pakts hat die Sowjetunion sich die militärische und politische Basis einer Weltmacht geschaffen. Sie hat der westlichen Kriegsdrohung, die der Abschaffung einer Staatsmacht galt, die sich gegen die imperialistische Weltordnung behauptet hat, eine immerhin so wirksame militärische Drohung entgegengestellt, daß der Krieg, für den ganz Westeuropa aufgerüstet wurde, nicht stattfand.