Kirche / Christentum

Dieser Artikel ist in der MSZ 10-1984 erschienen.

Die römische Glaubenskongregation, so heißt die Heilige Inquisition der Katholischen Kirche im aufgeklärten 20. Jahrhundert, hat unter dem Vorsitz ihres deutschen Kardinals Ratzinger die sogenannte Theologie der Befreiung, auch "Volkskirche" oder "Kirche der Armen" genannt, aus dem Kreis der Letiren ausgeschlossen, die sich des Segens der Mutter Kirche erfreuen dürfen.

Dieser Artikel ist in der MSZ 11-1984 erschienen.

Das wurde ja auch mal Zeit, daß Ihre Heiligkeit freudig des Ereignisses gedenken, das der gute Columbus erst möglich machte. 500 Jahre sind eine runde Sache, und mit welcher Gründlichkeit damals die Evangelisierung durchgeführt wurde alle Achtung!

Dieser Artikel ist in der MSZ 3-1983 erschienen.

Die römischen Bischöfe in der BRD und in den USA sind den Kriegsherrn der NATO mit Briefen moralisch in die Flanke gesprungen. Moralische Kriterien, geschöpft aus dem Evangelium und päpstlichen Enzykliken, sollen klären, unter welchen Voraussetzungen der Staat ausdrücklich töten darf.

Dieser Artikel ist in der MSZ 4-1983 erschienen.

Das war ein heißer Kirchentag! Nur ein langes Wochenende brauchte die versammelte evangelische Christenheit, um jenen Verdacht gründlich auszuräumen, den ihr die "FAZ" und ein paar reaktionäre Pfaffen zuvor angehängt hatten: ausgerechnet in violett, der kirchlichen Farbe der Reue und Buße, drohe dem Glauben, ja der ganzen Republik die Gefahr eines Aufstandes.

Dieser Artikel ist in der MSZ 4-1983 erschienen.

Zumindest die Polen hahen sowohl Marxens gehässige Bemerkung von der Religion als dem Opium des Volkes als auch Stalins geringschätzige Frage nach den Divisionen des Vatikan auf den Misthaufen der Geschichte der kommunistischen und Arbeiterhewegung befördert. Die immer noch kommunistische Regierung des Landes lädt den römisch-katholischen Divisionskommandeur der nationalen Opposition auch noch höchstoffiziell ein, und diese feiert in ihrem geistigen Oberpolen sich selbst als den wahren Repräsentanten der Nation.

Dieser Artikel ist in der MSZ 11-1983 erschienen.

Martin Luthers 500. Geburtstag in diesem Jahr wird nicht zuletzt deswegen gefeiert, weil er ein Buch ins Deutsche übersetzt hat: die Bibel.

Dieser Artikel ist in der MSZ 4-1982 erschienen.

Alles war prächtig vorbereitet: Ein anglikanisch-katholisches Pfaffenteam war in zehnjähriger theologischer Kleinarbeit zu dem Ergebnis gelangt, daß die (durch den berüchtigten Frauenverschleiß eines Heinrich VIII. anno 1570 heraufbeschworene) Trennung ihrer Kirchen heute bei weitem durch die Gemeinsamkeit der organisierten Moralpflege ihrer demokratisierten Schäflein übertroffen wird.

Dieser Artikel ist in der MSZ 1-1981 erschienen.

Karol Wojtyla (ZDF) -- Da setzt man sich also besten Willens am Samstagabend vors Fernsehgerät und verbietet sich strikt jedes Vorurteil und jede besserwisserische Arroganz. Wenn einen Superstar Millionen Fernsehzuschauer lieben, dann muß das doch irgendeinen Grund haben, dann wäre es zu billig, die Nase über 5000 von ihnen zu rümpfen, die da in der Kölner Domhalle zu beobachten waren: wie sich die Damen jeden Alters drängen, ihr Idol mit Blumen und sehnsüchtigen Blicken zu bewerfen, wie das Publikum vor Vergnügen aufjauchzt, wenn es nur die Andeutung eines Scherzes vermutet, wie es keinem Satz eine Chance läßt, ohne rhythmisches Begleitklatschen zu entkommen, das ist auch eher rührend als komisch.

Dieser Artikel ist in der MSZ 1-1981 erschienen.

Fachschaftsausschuß Theologie - Sozialliberaler Hochschulbund (SLH) an der Universität München
Echter Glaube und das dazugehörige Leben

Dieser Artikel ist in der MSZ 1-1981 erschienen.

Wann immer Gläubige mit viel persönlichem Verantwortungsgefühl gegenüber dem persönlichen Gott allein und mit anderen das Problem aufwerfen, ob denn der moderne Mensch samt kritischem Gewissen sich in der institutionalisierten und mit einer geistig-weltlichen Obrigkeit versehenen Mannschaft der Brüder in Christo noch heimisch fühlen könne; wann immer die gläubige oder kirchenkritische Öffentlichkeit die Frage ventiliert, ob denn die Kirche ihren sozialen - Auftrag auch erfüllt und ob sie noch lebendig und nicht ‚verkrustet‘ sei; wann immer berufliche Kirchenmänner das eigene Vereinsleben daraufhin begutachten, ob die Schäfchen auch genügend Anteil an ihm nehmen und das Ideal des ‚gelebten Glaubens‘ verwirklichen -
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