Weltmarkt

Iran/USA
EINE STUDIE IN PETRO-DOLLARS

Ob das Geschäft mit den iranischen Geiseln ein Erfolg war, läßt sich von verschiedenen Standpunkten aus beurteilen. Der Iran kann einfach so tun, als hätte er einen Sieg zu verbuchen, in Absehung von den ursprünglichen Zielen der Geiselnahme.

Milliarden-Anleihe bei den Saudis
HILFE ZUR ANPASSUNG

Im Elsaß haben Schmidt und Giscard bei ihrem letzten Treffen bekanntgegeben, daß sie bei den Ölstaaten zur Förderung ihrer Volkswirtschaften Kredit aufnehmen wollen. Die Bundesrepublik bekommt durch Ausgabe von Schuldscheinen 6,3 Mrd.,

"Die weiche Mark"
21 PFENNIG - DEUTSCHLAND IN NOT

Bei Betrachtung der Wechelkurse ist zumindest eines ganz gewiß: Sie ergeben sich aus dem Verhältnis der Währungsnachfrager und der Währungsanbieter und in diesem Verhältnis können die verschiedensten Faktoren eine Rolle spielen, bis hin zur simplen staatlichen Verfügung, einen bestummten Kurs einfach festzulegen. Letztlich, aber auch nur letztlich steckt natürlich das Gold dahinter, sein Zufluß, Abfluß und Lagerung in den kapitalistischen Staaten - es ist das Weltgeld, um das sich alle Währungen drehen, auf das sich alle beziehen müssen, und sein zeitgemäßer Statthalter ist der Dollar, der umgekehrt den größten Goldschatz der Welt hinter sich weiß.

Weltbankpräsident zurückgetreten
WARUM WEINTE ROBERT MCNAMARA

Liest man die Kommentare anläßlich seines Eintritts in den Ruhestand, kommt einem die ganze alte Galle wieder hoch. Was ist aus diesem Mann, der erst als Ford-Generalmanager für die Ausbeutung der Automobilarbeiter sorgte, dann - ohne große Umschulung - als amerikanischer Kriegsminister den westlichen Militärapparat hochrüstete und Vietnam als Bombenkrater in die Geographie eingehen ließ, was also ist aus diesem Manne geworden?

Das Zahlungsbilanzdefizit
EIN ÖKONOMISCHES GESETZ: SCHULDEN MACHEN REICHTUM

Mal Hand aufs Herz: vom Zahlungsbilanzdefizit hat schon jeder gehört - aber Ahnung davon? Irgendwie soll es ja was Schlechtes oder Gefährliches sein, irgendwie ist jeder daran beteiligt, sei es, daß er zuviele japanische Autos kauft, sei es, daß er sein Geld im Urlaub in den Süden trägt, irgendwie - so hört man vom Staat - hat es was mit dem Wirtschaftswachstum zu tun und man muß schwer drauf aufpassen, und gar nicht irgendwie: Schlecht ist, wenn man die vielen schönen im Ausland erworbenen Geldzettel, Devisenreserven genannt, jetzt wieder hergeben muß, um die Schulden zu begleichen.

Die "Krise" der Stahlindustrie
EUROPÄISCHES STAHLMANAGEMENT

Wiewohl man im Kapitalismus noch nie etwas von einem Weltmaschinenbedarf oder Welthifibedarf gehört hat - wohlwissend, daß der "Bedarf" nach kapitalistisch produzierten Waren von der zahlungskräftigen Nachfrage abhängt, um die auch nicht etwa "die Welt", sondern Kapitalisten aller Herren Länder konkurrieren -, auf einigen Gebieten gibt‘s ein derartiges Gebilde schon: Der Weltstahlbedarf etwa belief sich im Jahre 1979 auf 740 Mio to, genau aufgeschlüsselt nach Tonnen-Produktion und Tonnen-Verbrauch noch jeder Nation der Welt. Auf diese Weise erfährt man, daß kein politischer Souverän, ob er nun in der BRD hockt oder in Japan, ob in Peru oder Nordkorea, auf dieses "Gut" verzichten will.

Recycling
DIE RÜCKKEHR DER PETRO-DOLLARS

Seit die "Verdopplung der Ölpreise" die Leistungsbilanzen mancher westlicher Länder, allen voran der BRD, ins "Defizit" stürzen ließ, wird - unter Mitwirkung der journalistischen Öffentlichkeit - ein Lehrstück in Sachen "Abhängigkeit der westlichen Industrienationen von den Ölförderländern" aufgeführt. Von dem Titel "RECYCLING DER PETRODOLLARS" - oder: was passiert mit den Geldern für die Überlassung der Ölvorkommen, Gelder, von denen jeder weiß, daß sie in Händen der Scheichs bloß fiktiver Reichtum, also ‚Abfall‘ (= Unkosten der kapitalistischen Akkumulation) sind, der nur von den ‚Industrienationen‘ wieder verwertet werden kann - darf man sich die ganze praktische Beantwortung der Frage erwarten, wer wieso auf der Welt die Macht hat.

Weltwirtschaftsgipfel in Venedig
EINHEIT IN DER KONKURRENZ GEGEN DEN HAUPTFEIND

Der Einfall war besonders originell, daß, weil im Osten nackte Gewalt, im Westen ausschließlich der freie, lebendige Gedankenaustausch von ebenbürtigen Souveränen gepflogen wird, die sich vernünftigerweise immer ganz freiwillig zu der Einheit zusammenraufen, die der normale Bürger so schätzt oder mißbilligt, Dieses Bild entspricht zwar nicht ganz der Wahrheit, war aber als Motto des Gipfels, als Hinweis auf den gemeinsamen Gegner und auf die eigene "Verbundenheit" mit "Schwierigkeiten" nicht unpassend. Die gemeinsame Gegnerschaft garantiert noch keine westliche Interessenharmonie, was den nationalen Repräsentanten die harte Arbeit solcher Treffen abverlangt, sich wechselseitig die Bedingungen zu präsentieren, unter denen nationale Eigenwilligkeiten füreinander nützlich sind, und so die der Weltlage angemessene Einigkeit im Bündnis herzustellen.

Bundesbank
DIE RÄTSEL DES GELDES

Die Welt des Geldes ist in Aufregung. Die DM ist plötzlich "unter Abwertungsdruck", der Dollar, kürzlich noch besorgniserregend schwach, steigt und steigt (trotz eines mächtigen "Abwertungsstaus", der hinter, unter oder über ihm lauert) und gibt dadurch zu neuer Besorgnis Anlaß, der "Rentenhandel" klagt über ein verkehrtes "Zinsgefüge", die Devisenhändler schieben mal wieder größere Summen durch die Welt - und mittendrin schafft es die Bundesbank, mit einer Zinserhöhung zugleich zu "bremsen" und zu "lockern", und haut gleich noch ein paar Mrd.

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