Wahlen

Wahlkampf in Westberlin
LAUTER OPFER FÜR DIE FRONTSTADT

Wahlen in Berlin sind von jeher etwas Besonderes. Berlin ist nicht einfach eine Stadt wie Frankfurt oder Köln, in Berlin an der Macht zu sein, nicht einfach ein kommunalpolitischer Erfolg.

Bundestagswahlen
DAS ERGEBNIS

Am 5. Oktober, pünktlich um 18 Uhr hatte "der Wähler, der oberste Souverän und Herr dieses Landes" (so nannte Herr Kohl die Stimmlieferanten) seine kurze Herrschaftsperiode, die er alle vier Jahre mittels der Gewalt des Kreuzes für einen Tag ausüben darf, beendet.

Spitzenduell in ARD und ZDF
VIERMAL WERBUNG FÜR DIE MACHT

Das deutsche Fernsehen ist eine Bildungsanstalt. Jeder, der sich am Donnerstag vor der Wahl das Duell "Mann gegen Mann" zu Gemüte führte, konnte das feststellen, entweder seiae Einbildungen bestätigt finden oder in seinem Ärger über das Gebotene wirklich merken, worum es ging.

OHNMACHT VOR DEM WECHSELWÄHLER

Wären die Stimmenverluste der Union und die Stimmengewinne der FDP der SPD zugefallen, hätte es nurmehr einen Zuwachs der Grünen um 1% gebraucht, und die SPD hätte die absolute Mehrheit errungen. Hätten aber CDU/CSU ihre Wähler von 1976 bei der Stange gehalten und wären Wähler statt zur FDP zur Union übergewechselt - die Christdemokraten würden die nächste Regierung allein stellen.

Nach der Wahl
DEM VOLK WIRD DIE REGIERUNG ERKLÄRT

Wenn der Kanzler seine Regierungserklärung unter das Motto "Mut zur Zukunft" stellt und dann auch noch humorvoll erklärt, wäre er Finanzminister, "wären die Grausamkeiten härter ausgefallen" (Stern), so ist das keine Geschmacklosigkeit, sondern die Gewißheit, daß er eine Sorge los ist:
Das deutsche Wählervolk, das wie erwartet mit selbstloser Selbstverständlichkeit bestätigt hat, daß es regiert werden will, braucht nicht mehr umworben zu werden, sondern wird regiert.

Bundestagswahlen:
DER WAHLKAMPF LÄUFT

Einen demokratischeren Wahlkampf als diesen hat die Bundesrepublik noch nicht gesehen. Das Rennen Schmidt-Strauß hat sich von allem emanzipiert, was noch den Anschein erwecken könnte, es ginge bei der Bundestagswahl im Herbst um mehr ale die Zustimmung des Volkes zur Herrschaft und als hätte der Wahlakt dee Bürgers noch irgendeinen anderen Grund als den, der Herrschaft seine Zustimmung geben zu wollen.

DER DEUTSCHE WÄHLER

der westdeutsche - ist ein guter Wähler. Er war es von Anfang an.

BRIEFE ZUR WAHL

Unsere in hoher Auflage verteilten "Argumente zur Wahl", in denen wir die Wahl, die Politiker und ihre Wähler angriffen und darlegten, daß es keinen einzigen Grund gibt, den Herrschaften in Bonn Respekt zu bezeigen, also auch keinen Grund, sie zu wählen, sind nicht ohne Echo geblieben.
An dieser Stelle den Schreibern der vielen Briefe zu danken ist uns aber nach ihrer Lektüre vergangen.

Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Nordrheinwestfalen
BRD PRIMARIES

Demokraten sind seltsame Charaktere: da trimmen sie die herauwachsende Jugend erbarmungslos auf die Einsicht, daß die Wahlen als machtvoller Souveränitätsakt des ganzen Volkes das Kernstück der Demokratie bilden, daß diese Betätigung des Volkswillens unverbrüchlicher Garant für ein Leben in Freiheit und Menschenwürde sei, was man am besten an der erbärmlichen Wahlfarce im Osten ablesen könne, wo die freie Entscheidung des Bürgers und damit jeder gesellschaftliche Fortschritt verwehrt sei usw. usf.

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