Tschad

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IMPERIALISTISCHER FAUX-PAS?

Mitterrand ist unten durch: "Nach seinem wirtschaftspolitischen Zickzackkurs nun die erste außenpolitische Schlappe" (Tagesthemen) - "Er läuft Gefahr, als äußerst naiv zu gelten" (Times) - "Er hat sich und Frankreich lächerlich gemacht" (Liberation). Man traut seinen Ohren nicht: Dieser in der Russenfrage so illusionslose Praktiker der freiheitlichen Gewalt soll von Gadafi hereingelegt worden sein und seine Truppen ohne Gegenleistung aus dem Tschad abgezogen haben.

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NACHLÄSSIGER IMPERIALISMUS

Seit Bekanntwerden der Fusion Libyens mit dem Tschad werden in der französischen Öffentlichkeit heftige Vorwürfe gegen die angeblich schlappe Regierung erhoben, die ein militärisches Eingreifen gegen Gaddhafis "Tschad-Annexion" verschlafen habe. Man verdächtigt den Präsidenten und seinen Industrieminister Giraud, daß sie ihre imperialistische Uerantwortlichkeit in Afrika wegen geschäftlicher Interessen vernachlässigten, nachdem bekannt wurde, daß Gaddhafi kurz nach der Entsendung seiner Truppen in den Tschad der französischen Staatsfirma Elf-Aquitaine Konzessionen bezüglich einer Ölförderung auf libyschem Gebiet erteilt hat.

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MACHTKAMPF UNTER FRANZÖSISCHER SCHIRMHERRSCHAFT

In der Republik Tschad tobt seit Jahren ein "Bürgerkrieg", der so ausgerichtet wird, daß drei Armeen mit französischen Waffen um die Hauptstadt Nguema, den ehemaligen Kolonialposten Fort Lamy, kämpfen, eine Fallschirmjägerkompanie aus Frankreich Gewehr bei Fuß zusieht und die Kampfpausen durch Koalitionsregierungen der kämpfenden Parteien überbrückt werden. Es geht um die Herrschaft über ein Stück Wüste, Halbwüste, Grassteppe und Trockensavanne, die teils von arabischen Nomaden, teils von schwarzen Wanderhackbauern vor sich hinbewirtschaftet werden.

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