Stahl

DAS REVIER IN DER KRISE

Es heißt nach einem Fluß, steht auf steinkohlehaltigem Grund und ist von vorn bis hinten ein pures Geschöpf des Kapitals, das für seine Akkumulation dort einen Standortvorteil gefunden hat: Der Kohleabbau wurde zum Geschäft, weil zur günstigen Geschäftsbedingung für die kapitalistische Produktion erstens von, zweitens mit Stahl.
An Gebrauchsgütern aus Stahl hatte nicht bloß die Geschäftswelt, sondern vor allem das Militär einen uferlosen Bedarf.

DIE FIRMA KRUPP

Heutiger Aufsichtsrat: Vorsitzender Bertold Beitz; Stellvertreter Ernst Breit, DGB-Vorsitzender; ferner unter anderem: 11 weitere Gewerkschaftler und zwei Perser.

DAS REVIER DES KAPITALS - EINE HEIMAT FÜR LOHNARBEITER?

Von einer sich ausbreitenden Zahlungsunfähigkeit der Kapitale, die den Standort Ruhrgebiet gewählt haben, kann keine Rede sein; und alle anderen Ausmalungen einer "Strukturkrise" sind Ideologie. Wenn die Ruhrkohle AG Zechen aufgibt und wenn die großen Stahlkonzeme Hütten stillegen, dann sind das keine Pleiten und auch keine "verspäteten Anpassungen", sondem durchkalkulierte und von langer Hend geplante Maßnehmen im und für den Konkurrenzkampf der Kapitale und Nationen unter dem besonderen EG-Regime für den Montanbereich.

"Rettet Krupp - Rheinhausen muß leben!"
"Unsere Region muß leben!"

Das Argument soll sein, daß so viel von dem Stahlstandort Krupp in Rheinhausen abhängt, die Stadt, die ganze Region. Der Appell hält es doch glatt nicht für ausreichend, daß 3.500 Stahlarbeiter entlassen werden um dagegen zu protestieren und Forderungen aufzustellen.

Massenentlassungen in Rheinhausen:
"WENN DAS DER ALTE KRUPP WÜSSTE; DANN WÜRDEN SIE ENTLASSEN, HERR CROMME!" SAG BLOSS!

Ein Gerücht geht um in Rheinhausen: Unter dem alten Krupp, da wäre so was nicht passiert. Das war wenigstens noch ein Arbeitgeber mit Herz.

Der Fall Rheinhausen
ALLGEMEINE SYMPATHIE FÜR DEMONSTRIERENDE STAHLARBEITER - DA MUSS DOCH WAS FAUL SEIN

Auf den ersten Blick mag es ein wenig merkwürdig erscheinen: Da besetzen teilweise vermummte Stahlarbeiter, passiv mit einem Helm bewaffnet, Rheinbrücken und Werkstore und blockieren die Gleise der Deutschen Bundesbahn, und was ist los?
"Die Polizei hält sich zurück, organisiert blitzschnell Umleitungen.

Arbed Saarstahl-Sanierung: eine sozialdemokratische Glanzleistung
ARBEITERVERELENDUNG FÜRS DEUTSCHE STAHLGESCHÄFT

Einerseits hat es sich im Fall von Arbed Saarstahl um eine sehr normale Pleite gehandelt: Der Boom der ersten Hälfte der 70er Jahre entpuppte sich in der zweiten Hälfte als "Überkapazitäten". Nicht nur an der Saar, denn im Geschäft mit dem industriellen Rohstoff schlägt jede Konjunkturschwankung unmittelbar durch.

Eine zivilisatorische Errungenschaft des Kapitalismus
ARBEITSLOSIGKEIT STATT ARBEITSERLEICHTERUNG

Was gibt es besseres als Arbeitsautomaten? Wenn Maschinen den Menschen die Arbeit abnehmen: Was wäre dagegen einzuwenden?

USA:
"FAMILIENSTREIT" UM DIE SPESEN DER KRISENPOLITIK

Einen globalen Handelskrieg könnten in der Tat nur die sechs, sieben imperialistischen Staaten gegeneinander führen, deren Geschäftsmittel die ganze Welt ist. Daß sie ihn gleichzeitig nicht führen können, ohne den "institutionellen Rahmen" zu sprengen, auf den sie qua IWF und GATT verpflichtet sind und für deren Gültigkeit die Weltmacht Nr.

Vorkriegswirtschaft
"STOCKUNGSPHASE"

nennt der Sachverständigenrat die gegenwärtige Wirtschaftslage, oder umgekehrt: Man könne nicht von einer "zyklischen Schwäche" reden. Und wenn man bedenkt, daß diese Phase schon vor über einem Jahr eingesetzt hat und "bis tief ins nächste Jahr hinein" oder bis 1983 dauern soll, dann "stockt" die deutsche Wirtschaft, ja die gesamte Weltwirtschaft also 2 Jahre lang oder gar mehr.

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