Presse

DIE DEUTSCHE PRESSE: ANGETRETEN ZU KOHLS SIEGESZUG

Deutschland wird größer, Deutschland wird gewaltiger - nun ja. Kein Wunder, daß die Bonner Führung den Anschluß der DDR als Zuwachs ihrer Macht feiert und sich national besoffen redet, als gäbe es kein anderes Interesse auf der Welt:

Die westliche Presse zum Erdbeben in Armenien
VERWÜSTET, HEIMGESUCHT, DEM UNTERGANG GEWEIHT UND AUF UNSERE HILFE ANGEWIESEN - SO MÖGEN WIR DIE RUSSEN!

Ein Feindbild haben wir nicht. Auch uns hat das Erdbeben erschüttert.

KZ DEMOKRATISCH

Die einzigen Proteste auf Regierungsebene, die aus den USA in Jerusalem eintreffen, richten sich gegen die Deportationen, weil Israel damit gegen internationales Recht verstößt, noch ehe zwischenstaatliche Abmachungen, die die USA "vermitteln" wollen, die Lage dadurch "normalisieren", daß Unruhestifter ausgeschaltet werden und die Unterwerfung der Mehrheit eine "freiwillige" wird. Daß die Armee hingegen seit Beginn der Proteste an die tausend Gefangene gemacht hat, erscheint angesichts der Erschossenen schon wieder als "humanere" Variante der Repression.

Weizheim und Waldsäcker kann man nicht verwechseln!

Wohingegen nämlich der eine an keinen Kriegsverbrechen beteiligt gewesen ist, vielleicht aber von ihnen gewußt hat, hat sich der andere zwar nicht dem Widerstand angeschlossen, war aber zweifellos am Wissen um ihn beteiligt. Vielleicht auch umgekehrt.

DIE BELEIDIGTE UNSCHULD DER "SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG"

Das "Neue Deutschland" beschreibt die Tätigkeit westdeutscher Journalisten in der ostdeutschen Protestszene folgendermaßen:
"Mit dem Ziel, eine DDR-innere Opposition zu schaffen, sind auch einige von den BRD-Geheimdiensten bestellte und bestallte Journalisten maßgeblich mit daran beteiligt, dafür geeignete Personen in unserem Land ausfindig zu machen, sie mit entsprechenden Mitteln zu unterstützen und auszurüsten...

SYSTEMVERGLEICH UNSTATTHAFT

Zur Berichterstattung der SZ über die Demonstrationen in Ost-Berlin: Scheinheilige Entrüstung muß man das nennen, was unsere Regierung mit ihrem Protest gegen das Vorgehen des Staatssicherheitsdienstes bei Demonstrationen in Ost-Berlin betreibt. Verhaftungen auf offener Straße, erkennungsdienstliche Behandlung (d.h.

Zeitung lesen - eine Kunst
HEUTE: DAS SCHAUBILD IM WIRTSCHAFTSTEIL

Entschärfung eilt: Die Schuldenlast der Entwicklungsländer ist heute zweieinhalbmal so hoch wie vor acht Jahren. Viele können ihre Zinsen nicht mehr aufbringen - von Tilgung ganz zu schweigen.

Humanitäres
IMMER ÄRGER MIT UNSEREN BRÜDERN UND SCHWESTERN

Wir leben in Freiheit. Deshalb wollen und sollen alle, die das nicht tun, zu uns.

Die bundesdeutsche Presse erklärt:
Nicaragua frei zum Anschuß!

Die Sandinisten haben die Kampfansage der USA verdient; Nicaragua ist ein untragbares Problem, das früher oder später gelöst werden muß und wird. So hallt es durch den bundesdeutschen Blätterwald.

EIN FESTIVAL DER SCHADENFREUDE

Wo die nationale Verantwortung die spitze Feder führt, da wird garantiert nichts anderes Bild als der Katalog von Frechheiten, mit denen alle Welt die Arbeiter zur Räson ruft - zu ihrer demokratischen Arbeits- und Gehorsamspflicht nämlich.
Kleine Unstimmigkeiten tun da nichts zur Sache, wenn der Kanzler den Zeichenstiften das Motto vorgibt: "Die 35-Stunden-Woche ist töricht, dumm und absurd!"

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