Portugal

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DIE VOLLENDUNG EINER EG-KOLONIE

Pünktlich zum Eintritt in die EG hat Portugal einen der letzten noch ausstehenden Schritte "politischer Normalisierung" vollzogen- und sich mit dem bewährten Staatssanierer Mario Soares "den ersten zivilen Präsidenten seit 60 Jahren" zugelegt.
Daß mit dieser penetrant zitierten Gharakterisierung die 10-jährige Amtszeit des Vorgängers von Soares, Eanes, umstandslos mit dem faschistischen "estado novo" Salazars in eins geworfen wird, ist gewiß kein Zufall.

Die Süderweiterung der EG
DER IMPERIALISTISCHE VORMARSCH DER EG

Obwohl die neun Gentlemen nie vorhatten, unter sich zu bleiben, die Tür beileibe nicht für jedermann öffnen, kein Silber herumstehen, sondern die wechselseitige ökonomische Benutzung politisch geregelt haben und dafür Gelder aufwenden, und obwohl wegen der Süderweiterung alle möglichen ‚Clubregeln‘ neugeschrieben werden oder werden sollen, beschweren sich die Auguren der Politökonomie über die Kosten und Schwierigkeiten, die sich die Gemeinschaft mit den südlichen Hungerleidern aufhalst; so als würden die Griechen von den Vorzügen dieser europäischen Staaten-High-Society profitieren, ohne auch nur anständig ihren Eintrittspreis zahlen zu können.
Etwas vornehmer orakeln diejenigen, die die Süderweiterung seit 15 Jahren vorantreiben, über die Schwierigkeiten und Gefahren, denen sich die Gemeinschaft mit diesen ‚Armenhäusern‘ aussetzt.

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Die Demokratie kommt gut voran

Der Ausgang der Wahlen vorn 5. Oktober, in denen die Alianca Democratica unter Sa Carneiro ihren Vorsprung ausbauen konnte, der Frente Republicano Socialista unter Soares und die Kommunisten Stimmen verloren, be stätigte nur, was sich in den Monaten zuvor in den Argumenten, mit denen der Wahlkampf bestritten worden war, gezeigt hatte:

Die Demokratie hat in Portugal festen Tritt gefaßt.

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