Politologie

Friedensforscher Prof. Senghaas zum Golf
KRIEG - ES GIBT KAUM EINE BESSERE LÖSUNG!

Wenn der freie Westen dem Irak praktisch die Feindschaft erklärt, hat ein Friedensforscher gleich gar nichts mehr zu erklären. Die Sache des freien Westens ist fraglos gut.

Joachim Bischoff, Michael Menard: Marktwirtschaft und Sozialismus. Der Dritte Weg. Berlin 1990
WIE JOACHIM BISCHOFF DIE BRD ALS EINEN RELATIV GELUNGENEN WEG ZUM SOZIALISMUS ENTDECKT

Das Buch beginnt mit einer rhetorischen Frage, die dem Gedankengang eine klare Linie vorgibt:
"Ist mit der Planwirtschaftjede sozialistische Kapitalismuskritik gescheitert?"

"UNTERENTWICKLUNG" SCHLECHT FÜR "ENTWICKLUNG" - ODER WAS?

Den "Informationen zur politischen Bildung" Nr. 196 entnehmen wir, warum es so unsäglich schwierig ist, daß aus einem armen Entwicklungsland etwas anderes wird als ein armes Entwicklungsland. All die Kreisläufe, die bei "uns" für Reichtum und seine Vermehrung sorgen sollen, führten in den Ländern der "Dritten Welt" dazu, daß Armut bleibt, wo Armut ist. Nur stimmen tun solche Kreislauftheorien hinten und vorne nicht.

Eckehart Krippendorff: Staat und Krieg. Die historische Logik politischer Unvernunft
DIE STAATSGEWALT - GESCHMACKLOS UND UNVERNÜNFTIG

Der altlinke Politologe Krippendorff hat eine "Kritik der Politik" verfaßt, die jedes Einverständnis mit den Zielen staatlicher Politik und den Absichten ihrer Macher verweigert.
Krippendorff kontert den guten Glauben, staatliche Ordnung wäre ihrer Natur nach ein brauchbares Lebensmittel der Leute und die nicht übersehbaren Folgen ihres Wirkens bis hin zu den Massengräbern auf den Schlachtfeldern - sprächen noch allemal für ein Versagen der Politiker vor den zivilisatorischen Absichten und Aufgaben, denen Staaten dienten.

Politologie
DIE 'DEUTSCHE FRAGE' NATIONAL IDENTIFIZIERT

Die Wissenschaft von der Politik reagiert auf alle Ansprüche der Politiker so, daß sie sie zum Problem politischer Ordnung erklärt und damit noch jedem Staatsanliegen wissenschaftlich seine Notwendigkeit und Legitimität bescheinigt. So kriegen Politologen es fertig, einerseits das "politische System" der BRD zur besten aller möglichen Welten theoretisch zu (v)erklären und gleichzeitig den Bundesbürgern die territorialen Forderungen und weltpolitischen Ambitionen des BRD-Imperialismus als ihren heißen Wunsch nach eindeutiger "nationaler Identität" anzuhängen.

Kleine Zeitschriftenschau
POLITOLOGEN STELLEN DER WELTLAGE EIN HOROSKOP

Wer wissen möchte, wie "es weitergeht", der hat genaugenommen nur eine Chance: Er muß sich die Interessen und Zwecke klar machen, die in der Welt herrschen, nicht weil sie so einleuchtend oder moralisch wären, sondern weil genügend Macht in der Entschlossenheit liegt, sie durchzusetzen. - Man kann es aber auch weniger genau nehmen und ohne derartige Erklärungen für die Weltlage Prognosen erstellen.

Politologen-, Historiker- und Germanistentage
WENN DIE WISSENSCHAFT IHRE TAGE KRIEGT

Nach den Sommerferien, dann wird die deutsche Professorenschaft reiselustig. So auch dieses Jahr: Es trafen sich die Soziologen, die Politologen, Historiker und Germanisten.

BRD-DDR im politologischen Systemvergleich
IM OSTEN NICHTS NEUES

Was sonst jedem Politologen wie eine Sünde gegen sein Metier, das freie und kritische Erfinden von Gesichtspunkten, denen der eigene nationale Staat nachkommen sollte und denen dieser immer nur unvollkommen Genüge tun soll, vorkommt - also das undifferenzierte Lob der eigenen Herrschaft, das wird beim Systemvergleich zwischen "den beiden deutschen Staaten" zur ausgesprochenen Tugend.
Ganz egal, ob ein Fraenkel bereits seit Adenauers Zeiten mit seinem herzlichen Glückwunsch an die unbeugsame Haltung bundesdeutscher Politiker gegen den Osten diesen den Rücken stärkte oder ob ein Ludz die Wendung der Brandt-Regierung zu einer neuen Ostpolitik ("Entspannung durch Wandel" - des Ostens) mit seinen "Materialien zur Lage der Nation" untermauerte, bei der politologischen Kommentierung der "deutschen Frage" ist der unmittelbare Auftragsdienst für die praktizierte Politik die einzig erlaubte wissenschaftliche Verantwortung.

Politologie
IDEOLOGISCHE VARIATIONEN ZUR WELTLAGE

Die USA und ihre NATO-Verbündeten rüsten auf, was das Zeug hält. Der oberste Führer des freien Westens hat beschlossen, "daß die Geschichte heute die letzte Seite des Kommunismus schreibt".

Die Linke und die nationale Frage, Dokumente zur deutschen Einheit seit 1945, Hrsg. von Peter Brandt und Herbert Ammon, Reinbek 1981
KURATORIUM "UNTEILBARES DEUTSCHLAND" - ALTERNATIVE ABTEILUNG

So beginnt die FAZ ihre Rezension (19.5.81) des Buches von Brandt und Ammon. Die milde Verwunderung des Kolumnisten darüber, deutschnationale Töne aus einer Ecke zu vernehmen, aus der man sie bislang nicht gewohnt war, wird übertroffen von der abgeklärten Sicherheit dessen, der sich mit dem Zug der Zeit und daher auch des Zeitgeistes völlig einig weiß: an der Nation kommt auf die Dauer keiner vorbei, und der Nationalismus als erfolgreiche Ideologie mußte ja geradezu auch die Linken veranlassen, sich hier anzuhängen, womit über ihre Erfolgsaussichten auch bei diesem Thema bereits alles klar ist.

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