Ostpolitik/Deutsche Frage

Von der "Entspannung" zur Wende
ZWEI DEUTSCHE STAATEN MIT BESONDERS NORMALEN BEZIEHUNGEN

So eine tiefe Einsicht des westdeutschen Staates, die sein amtierender Kanzler Kohl zum besten gab. In seiner ersten Regierungserklärung tritt der (west-)deutsche Nationalismus weiterhin mit dem vollen Anspruch seiner Gründerjahre auf, angereichert um die Erfolge der sozialliberalen Ostpolitik und mit dem geballten Selbstbewußtsein der neuen Politik des Westens, die ihren Kreuzzug gen Osten gern vom Atem der Geschichte umwehen läßt.

"MENSCHLICHE ERLEICHTERUNGEN" 1982

Kanzler Kohl hat in seiner Neujahrsrede die Bundesbürger dazu aufgerufen, "die familiären und freundschaftlichen Beziehungen zu den Landsleuten in der DDR zu stärken und zu vertiefen. Jeder, der das unternimmt, ist ein deutscher Patriot, ein Bote des Friedens."

Aktuelle Deutschlandpolitik:
DEUTSCHLAND ERWACHE!

Vollzieht die westdeutsche Nation eine Rückkehr zum Kalten Krieg, zu den politischen Methoden der 50er Jahre, in denen das System "Ostblock" wie ein nicht-anzuerkennendes "Unding" behandelt wurde und man die Faktizität eines zweiten Staats auf deutschem Boden praktisch als total verwerfliche "Unmöglichkeit" definierte und sich dementsprechend aufführte?
Kommen sie wieder aus ihren Löchern, die "Ratten" von echter deutscher Art, die "unverbesserlichen Deutschnationalen", die vor Ärger schwarz-rot-gold werden, wenn sie auf der deutschen Landkarte die "unnatürlichen" Grenzen betrachten?

ZWEI FRONTSTAATEN, VON DEREN BODEN SCHON WIEDER KEIN KRIEG AUSGEHEN SOLL

Daß dieses Thema wieder ansteht, dazu haben nicht zuletzt die beiden deutschen Staaten ihren Beitrag geleistet, indem sie ihre jeweilige nationale Hälfte zu den im west-östlichen Bündnis erwünschten Leistungen angehalten haben.
Modell Deutschland Ost/West

Ostfront
DIE EUROPÄISCHE SAMMLUNG VON KRIEGSGRÜNDEN

Kaum verlangen die USA die Entscheidung in der "Konkurrenz der Systeme", häufen sich die Anklagen, die die "freien" Nationen gegen die Sowjetunion vorzubringen haben. Die USA erheben ihre Definition von der Sowjetunion als "Zentrum des Bösen" zum alleinigen Inhalt der Weltpolitik, und schon ist es allen europäischen Staatsgewalten ein zwingendes nationales Anliegen, ihre Politik daraufhin zu definieren und sich daran zu beteiligen.

Jochen Jung (Hrsg.): Deutschland, Deutschland
ÜBER ALLES IN DER DICHTER WELT

Immer wenn deutschen Untertanen besondere Gefühle für ihre Herrschaft abverlangt werden, weil besondere Opfer anstehen, fühlen sich die Tag- und Nachtwächter der Nation, die Schriftsteller, aufgerufen, ihre Zuständigkeit für solche Gefühle besonders herauszustreichen und so zu tun, als hätten sie, seit Heinrich Heine aus Besorgnis um deutsche Zustände "um den Schlaf gebracht" wurde, kein Auge mehr zugetan.
Der Umstand, daß kein Mensch auf der Welt vom ersten Schrei bis zum letzten Atemzug von Herrschaft ungeschoren bleibt, sowie der Zufall, bei der Geburt ausgerechnet das Licht Deutschlands erblickt zu haben, nötigt in Zeiten nationaler Mobilmachung gegen den Osten 47 Schriftstellern aus der BRD und der DDR lustige Treuebekenntnisse zur Gesamtnation ab.

Aufruf zur Demonstration am 17. Juni in Bonn

Aufstellung: 12.30 Uhr, Schlachthof
Abmarsch: 13.30 Uhr

Deutschlandpolitik
BIS AN DIE MEMEL

Die Christlichen machen aus ihrer Freude am Regieren keinen Hehl. Mit Elan hat der Minister, der eigentlich für das Innere der BRD die Verantwortung trägt, nebenbei einmal grundsätzlich die deutsche Frage aufgegriffen.

Vernünftige Territorialansprüche
FALKLAND UND ELBE

Großbritannien hat seine Soldaten in den Südatlantik geschickt, weil es sich in seiner Hoheit verletzt sah. Jeder Bundesbürger weiß das und mokiert sich trotzdem über den seiner Meinung nach zu billigen Kriegsanlaß.

Schmidt bei Honecker
GIPFELTREFFEN DER DEUTSCHEN FRONTSTAATEN

Januar 1980, kurz "nach Afghanistan", ward ein geplantes Treffen zwischen Schmidt und Honecker wegen der internationalen Lage in gegenseitigem Einvernehmen abgeblasen. August 1980, nachdem man sich im Mai am Grabe Titos ein wenig berochen hatte, sagte Kanzler Schmidt kurzfristig und demonstrativ den neuen Besuchstermin ab, wegen Polen und weil die DDR das freche westdeutsche Reiseprotokoll nicht einfach schlucken wollte.

Seiten

Ostpolitik/Deutsche Frage abonnieren