Nicaragua

Staatsbesuche
IN BONN ANGETRETEN

Wenn die Herren mit den bunten Gewändern dem Kanzler und seinem Genscher ihre Aufwartung machen, dann werden nicht nur Artigkeiten ausgetauscht: Für die BRD und im Namen aller ihrer Bürger wird über Art und Inhalt der Beziehungen zum Rest des Globus entschieden. Uneingeschränkte Freude und Herzlichkeit herrschte bei den Besuchen der Staatschefs aus Sambia, Burundi, Fidschi und Nigeria in Bonn.

Nicaragua
MILITÄRISCHE OFFENSIVE DES IMPERIALISMUS

Guerilleros, die nicht gegen, sondern für die Interessen und Ideale des freien Westens in Lateinamerika kämpfen, darauf hat die Freie Welt lange warten müssen. Seit dem Grenzübertritt der von den USA gesponsorten Somoza-Anhänger nach Nicaragua ist es nun so weit.

Nicaragua
EIN EXEMPEL STATUIERT UND EXEKUTIERT

Die Republik Nicaragua ist aus dem "Hinterhof der USA" ins Zentrum der Weltpolitik gerückt: Die Reagan-Administration behandelt einen Aufstand ausgebeuteter und unterdrückter Campesinos als Subversion, direkt gesteuert vom "Zentrum des Bösen" in Moskau. Deshalb ist es der gesamten Freien Welt mittlerweile ziemlich gleichgültig, was in einem Land los ist, das das Pech hat, mitten in einem Gebiet zu liegen, über das die USA den Anspruch geltend machen, es sei "lebenswichtig" für ihre "nationale Sicherheit".

EINE STERNSTUNDE DER "INTERNATIONALEN SOLIDARITÄT"

Angesichts der offen vorgetragenen militärischen US-Offensive gegen Nicaragua und in Erwägung der aktiven Rolle des BRD-Imperialismus bei der gewaltsamen Durchsetzung von Freedom und Democracy beschloß die MARXISTISCHE GRUPPE (MG) am 7. Mai in Hamburg, Nürnberg und Stuttgart gegen den US-Krieg in Nicaragua zu demonstrieren.

WENN SCHRIFTSTELLER GEGEN DEN KRIEG IN NICARAGUA SIND

...wenden sie sich untertänigst a n ihre Regierung in Bonn, deren Politik der "geistig-moralischen Wende" sie so gerne zum Anlaß kritisch-bemühter Distanzierung vom mangelhaften Niveau der neuen Mannschaft nehmen (= So einen provinziellen Kanzler haben wir nicht verdient.),

Imperialismus heute

In dieser Rubrik bringen wir in loser Folge Fallstudien über den gewöhnlichen Imperialismus heute: Gezeigt werden soll an ihnen 1. was wirklich los ist, 2.

Franz Alt, Günter Grass und Johano Strasser in Nicaragua
DAS BESSERE DEUTSCHLAND ZU BESUCH

Mit unfehlbarer Sicherheit in der Wahl seiner Gäste hat der Minister für Kultur in Nicaragua - selbst Poet und katholischer Priester ausgerechnet einen kritischen Katholiken, einen SPD-Dichter und einen Alt-Juso aus Deutschland-West zur Besichtigung der Fortschritte der sändinistischen Revolution eingeladen. Und einhellig haben die drei selbsternannten ideellen IWF-Prüfer die Feinfühligkeit seiner Wahl durch ihre Reiseberichte bestätigt: Die sandinistische Revolution - endlich einmal so gesehen, wie sie jeder bessere Deutsche sehen sollte, nämlich als eine Hoffnung nicht nur für die "dritte", sondern zugleich für die gesamte freie Welt.

Der Aufstand. Ein Film von Peter Lilienthal
NICARAGUA - EIN SPONTIMÄRCHEN

Was Westdeutschlands spontaneistische Linke einst propagierte und als politische Praxis längst in den Wärmestuben eines "alternativen Lebens" zu den Akten gelegt hat, flimmert zur Zeit als exotischer Bilderbogen einer erfolgreichen Revolte durch die Kinos: die Feier des Kampfes als eigentliche Möglichkeit zur Verwirklichung unmittelbarster menschlicher Bedürfnisse wie Zärtlichkeit und Liebe, das Schlachten als Betätigungsfeld höchster Werte und Tugenden.
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Nicaragua
MANN, WIE MENSCHLICH

versicherte kürzlich der ehemalige Führer der "authentischen Volkserhebung" und jetzige Innenminister Thomas Borge in einem "Spiegel"-Interview. So als ob die Qualität einer Politik davon abhinge, sich alles ganz eigenständig, ganz neu und national auszudenken.

Buchhandelspreis für Cardenal
DIE KULTUR FÜR ALLE - ALLE FÜR DIE KULTUR

Den "Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels" bekommen in schöner Regelmäßigkeit Persönlichkeiten verliehen, die in sich das Ideal einer Verbindung von Politik und Kultur verkörpern. Nach Leopold Sedar Senghor, der Ende der 60er Jahre schon dafür ausgezeichnet wurde, daß er die bornierte Verwurzeltheit des Afrikaners in Stamm und Kral als Negritude feierte und die Negernatur als "jene Hefe" pries, "derer das weiße Mehl bedarf" (aus einem Senghor-Poem), damit der Negerseele eine Kultur verlieh und zugleich den Umgang der westlichen Welt mit den Schwarzen als geistige Symbiose sanktionierte, ist in diesem Jahr der "zwischen Metaphysik und Politik schwankende Autor" Ernesto Cardenal an der Reihe.

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