Mittelamerika

Der Contadora-Plan
DIPLOMATISCHE MANÖVER VON DER USA ERLEDIGT

Der Contadora-Plan, so benannt nach einer Insel, auf der Schah Pahlevi seine letzten Exiljahre verbracht hat, und aufgestellt von Mexiko, Kolumbien, Venezuela und Panama: Das ist sie schon, die wichtigste Information unserer Presse über den diplomatischen Vorschlag gleichen Namens. Darüber hinaus gilt noch eine einhellig gute Meinung über diese "Friedensinitiative für den Unruheherd Mittelamerika".

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EIN 'SOZIALES PROBLEM'

Darin scheinen sich alle Manager und Begutachter des mittelamerikanischen Elends einig zu sein: Mittelamerika ist ein Problemfall, ein ganz gewaltiger und brisanter sogar.
Fragt sich nur: Für wen und inwiefern?

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DIE REAGAN-DOKTRIN: AMERIKA DEN AMERIKANERN

Nichts beweist mehr die Inszenierung einer Mittelamerika-Krise durch die USA als die fast 100prozentige Funkstille aus diesem ‚Krisengebiet‘ zu dem Zeitpunkt, als England und Argentinien darangingen, ihren Falkland-Konflikt auszutragen. Über Nacht ist nichts Besonderes mehr aus dem Kampf gegen die "soviet-sponsored subversion" (Time) zu vermelden - aus dem gleichen Grund, dem sich vorher die Aktualität der "Krise" verdankte: Weil es das amerikanische Interesse ist, das über Entstehen und Fortsetzung der Ereignisse in Mittelamerika entscheidet, sind Konjunkturen des (Des-)Interesses der USA nichts Verwunderliches.

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DER WIDERSTAND LEBT

Langsam kennt man sie ja, die immer wieder neu aufgerollten Beschuldigungen der USA, die SU sei der Drahtzieher jedes Aufstands irgendwo auf der Welt, soweit er sich nicht gegen sie selber, die SU, richtet. Als Teil der allgemeinen Offensive gegen das Epizentrum des internationalen "Terrorismus" tun sie ihren Dienst bei der Überzeugungsarbeit in der eigenen Hemisphäre inklusive den befreundeten Staaten Europas - und bei Adressat Nr.

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WIRKUNGEN EINES EXEMPELS

Die Staaten des freien Westens und ihre Öffentlichkeit haben ihre Lektion gelernt: Von Sympathien für die demokratischen Kräfte in El Salvador und Abscheu vor dem dortigen ‚Völkermord‘ hört man zur Zeit herzlich wenig, dafür um so mehr von der wachsenden Gefahr des Kommunismus in Mittelamerika. Sich-entrüsten über die ungeschickte Lateinamerikapolitik der USA und Sich-begeistern über die berechtigten Anliegen der Indios im amerikanischen Subkontinent ist mehr denn je ein Luxus geworden, den man sich vielleicht bei der "Frankfurter Rundschau" leistet - und zwar heute so: El Salvador ist ein "Symbol für das politische und moralische Versagen des Westens", weil es "aussichtslos" ist, "das Vertrauen der verängstigten Menschen in staatliche Institutionen wiederherzustellen, sie zur politischgesellschaftlichen Mitarbeit zu gewinnen".

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