Libyen

Trikot-Werbung für Gadafis "Grünes Buch" untersagt
BÜCHERVERBANNUNG

Um den Klauen des Konkursverwalters zu entgehen, hatte der Eishockeyclub Iserlohn für seine Trikots einen finanzkräftigen Werbexponsor an Land gezogen. Ein Spiel lang wurde in einem bundesdeutschen Stadion "am Mann" für Muamar al-Gadafis "Grünes Buch" geworben.

Desinformationsskandal auf amerikanisch
DIE WÜSTENRATTE GEHÖRT GETÖTET

In den Vereinigten Staaten soll es unlängst einen Skandal gegeben haben, als die Regierung einen Truppenaufmarsch vor Libyen melden ließ, der hochgespannten Öffentlichkeit dann jedoch kein entsprechendes Kriegsspektakel bot.
Was hierzulande von verständigen Presseheinis als Punktverlust der ungeschickten Reagan-Administration gehandelt wurde ("Reagan sät Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit"), stellt in Wahrheit einiges über das schöne arbeitsteilige Verhältnis klar, das diese Regierung mit der amerikanischen Meinung pflegt, wo es um den "Kampf gegen den internationalen Terrorismus" geht: Da wird locker darüber geplaudert, wie man am besten Gadafi das Licht ausbläst und wann wohl der günstigste Zeitpunkt ist.

US-Krieg gegen Libyen
DIE AMERIKANISCHE HERAUSFORDERUNG

Dieser Dialog fand statt, bevor Sonderbotschafter Walters zu Konsultationen nach Europa reiste und die Alliierten wenigstens psychologisch vorbereitete." (Frankfurter Allgemeine 17.4.)

REAGAN RICHTET GADAFI - WELTPOLITIK ALS STRAFGERICHT

Zum ersten Mal seit Ende des 2. Weltkriegs haben die USA ihr Verhältnis zu einem souveränen Staat am Mittelmeer, zu Libyen, als Kriegszustand definiert.

DAS LIBYEN GADAFIS

Am 1. September 1969 putschte in Libyen ein "junger Offizier", als sich der libysche Monarch Idris gerade zu einem Kuraufenthalt in der Türkei aufhielt.

Gadafi gegen Großbritannien - USA gegen die Sandinisten
ZWEI UNVERGLEICHBARE FÄLLE VON GEWALT UND MORAL

Der amerikanische Präsident entsendet zu großangelegten Manövern Truppen nach Honduras, Kriegsflotten in die Karibik und vor die
Pazifikküste Nicaraguas. Geübt wird "Invasion" sowie das Abfangen gegnerischer Schiffe - auch gleich am wirklichen feindlichen Objekt.
Gedeckt durch diese Massenansammlung von Militär, rüstet der amerikanische Geheimdienst Söldner und nicaraguanische
Regierungsgegner für einen terroristischen Kleinkrieg gegen Nicaragua aus, arrangiert und koordiniert ihre Einsätze; die Luftüberwachung
im Manövereinsatz hilft dabei.

Gadafi
VOM UMGANG MIT DEM "WELTTERRORISTEN"

Zu dem Zeitpunkt, als die US-Regierung laut Vberlegungen anstellt, daß es langsam Zeit für "a second exercise" für Libyen sei, hat sich Muammar al-Gadafi, "überraschend selbst nach Wien eingeladen." Kreisky, als Souverän eines ‚neutralen Landes‘, hätte sicher ablehnen können, wollte aber anscheinend nicht, und der Erfolg hat ihm offensichtlich recht gegeben, wie er hinterher in einem Fernsehinterview verkündet: Bedeutende Staatsmänner aus ganz Europa hätten ihn während des Besuchs antelefoniert, und ihm ihre spezifischen Anliegen für den illustren Gast übermittelt.

Muamar al-Gadafi
"WELTTERRORIST NR. 1"

Als verrückt galt Gadafi ja schon immer, und Numeiri aus Sudan hielt ihn für eine "gespaltene Persönlichkeit, beide Teile davon böse". Für die faktische Politik allerdings war er eine durchaus kalkulierbare Größe.

Tschad
NACHLÄSSIGER IMPERIALISMUS

Seit Bekanntwerden der Fusion Libyens mit dem Tschad werden in der französischen Öffentlichkeit heftige Vorwürfe gegen die angeblich schlappe Regierung erhoben, die ein militärisches Eingreifen gegen Gaddhafis "Tschad-Annexion" verschlafen habe. Man verdächtigt den Präsidenten und seinen Industrieminister Giraud, daß sie ihre imperialistische Uerantwortlichkeit in Afrika wegen geschäftlicher Interessen vernachlässigten, nachdem bekannt wurde, daß Gaddhafi kurz nach der Entsendung seiner Truppen in den Tschad der französischen Staatsfirma Elf-Aquitaine Konzessionen bezüglich einer Ölförderung auf libyschem Gebiet erteilt hat.

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