IWF-Kampagne

"taz"-Serie zu IWF und Weltbank
25 FOLGEN SKEPTISCHE EINFÜHLUNG IN DIE PROBLEME EINER IMPERIALISTISCHEN AGENTUR

Ist das Schlimme am Imperialismus die Existenz von Behörden, die die fortdauernde Kreditwürdigkeit ruinierter Staaten managen? Sind diese Instanzen wenigstens das Wichtigste, was es vom Weltmarkt zu berichten gibt?

IWF-Tagung in Westberlin
3 TAGE NATIONALE AUFREGUNG ANLÄSSLICH DER ROUTINEMÄSSIGEN VERWALTUNG VON RUIN UND KREDIT

Dreimal hat sich Westberlin um den Kongreß von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank bemüht. Jetzt hat es endlich geklappt, und im Fernsehen präsentiert sich ein stolzer Bürgermeister Diepgen: Höchste Finanzchefs und Bankiers aller Herren Länder geben der Hauptstadt Deutschlands - pardon, der (noch) verhinderten Hauptstadt Deutschlands die Ehre.

Anti-IWF-Kongreß
EINE "GERECHTE WELTWIRTSCHAFTSORDNUNG!" = FÜR EINEN IMPERIALISMUS MIT MENSCHLICHEM ANLITZ

Gerade angesichts des mit bebender Stimme aufgezählten Elends in aller Welt, hätte sich - so könnte man meinen - ein kritisch-empfindsamer Mensch doch mal zu der simplen Schlußfolgerung durchringen können: Ich bin gegen diese Institutionen! Die gehören weggeputzt, und mit ihnen gleich die - ihnen zugrundeliegende - schöne "Weltwirtschaftsordnung".

Unser Afrika
DIE POLITISCHE ÖKONOMIE SCHWARZAFRIKAS

Es handelt sich um die Wirkungen des Geldes, wenn der Hunger zum afrikanischen Alltag gehört, wenn ehemals fruchtbare Gebiete des schwarzen Kontinents immer weniger hergeben und die Nahrungsmittelproduktion von Jahr zu Jahr sinkt, wenn Slums zur afrikanischen Stadt gehören wie vormals die Dorfhütten zum Neger.
Es sind die Folgen des Kapitals der Industrienationen, das Afrikas Reichtümer nutzt, wo es sich lohnt, wenn so gut wie alle schwarzafrikanischen Staaten ihre wirtschaftliche Pleite erklären, während die Konten der ausländischen Geschäftemacher mit dem Erdteil stimmen.

Elmar Altvaters Sachzwang Weltmarkt:
VERLIEBT IN "DIE KRISE"

Elmar Altvater erweist sich in seinem neuesten Buch erneut als Großmeister des "Krisen"-Gedankens. "Krise", das ist für ihn nicht etwa eine Phase im Konjunkturzyklus des sich verwertenden Kapitals; nämlich die Phase, in welcher vorhandenes Kapital und lohnende Kapitalanlagemöglichkeiten allgemein auseinandertreten, wobei mit dem Durchstreichen einiger Werte einiges an Gebrauchswerten und ziemlich viel Menschenschrott - auf der Strecke bleiben, aber genau so Kapitalverwertung wieder zu der ungemein lohnenden Sache wird, die mit viel Kredit rücksichtslos gegen jede selbstproduzierte Schranke des zahlungsfähigen Bedürfnisses solange flott läuft, bis sich erneut das Wertgesetz zu Wort meldet.

KLARSTELLUNGEN ZUM IWF

Das banale Faktum, daß in der "Dritten Welt" massenhaft ge- und verhungert wird, hat allseitige Anerkennung und Würdigung erfahren. So stillt der Mangel an Eßbarem ein geistiges Bedürfnis nach "Verantwortung" - in anderen Weltgegenden, wo sich politisch Verantwortliche und unverdächtige Normalbürger zum "Weltgewissen" zusammenschließen.

Falscher Protest zur IWF-Tagung in Berlin im Herbst 1988
SCHULDEN UND HUNGER SOLL MAN NICHT VERWECHSELN

Die Bewegung hat ein neues Datum, worauf sie hinmobilisiert: die Berliner IWFTagung im Herbst, und einen neuen Skandal, den sie ausruft: die Welt-Schulden-Krise; zur Verbreiterung der Bewegung setzt sie darauf, daß diese Krise alle betrifft, und verspricht, daß Eingreifen in den Lauf der Dinge an dieser Stelle realistisch und lohnend sei. Mit der Parole: Für umfassende Streichung der Schulden der dritten Welt hat man sich der Absurdität einer internationalen Finanzstrategie zugunsten hungernder Slumbewohner verschrieben!

IWF-Kampagne abonnieren