Grüne

Joschka Fischer
DER MINISTER KALKULIERT DEN "AUSSTIEG"

Tschernobyl muß in Politik "umgesetzt" werden - an dieses erzdemokratische Dogma, daß alles, was den Leuten zugemutet wird, politisches Material der Verantwortlichen zu sein hat, glaubt der grüne Minister ohne Einschränkungen. Deshalb ventiliert er denkbare politische Schritte, die der Grünen Partei gut anstünden.

Das grüne Wahlprogramm
RADIKAL UNKRITISCH

Die Partei der Grünen hat aufeinem außerordentlichen Bundeskongreß über Pfingsten in Hannover ihr Wahlprogramm beschlossen. Darin wird als wichtigste innenpolitische Forderung die nach sofortiger Abschaltung aller Atomkraftwerke, als wichtigste außenpolitische die nach einem Ausstieg der BRD aus der NATO aufgestellt; außerdem werden so sympathische Dinge wie die Auflösung des Verfassungsschutzes, die Entwaffnung der Polizei und die radikale Verkürzung des Wehrdienstes gewünscht.

WER IST REAKTIONÄRER, DER BAUER ODER DIE GRÜNEN, DIE SICH AN IHN ANSCHLEIMEN UND ES VIELLEICHT NOCH NICHT EINMAL MERKEN?

Da müßt Ihr etwas ausgelassen haben. Denn Eigentümer und Produzenten - selbst die blöden Bauern - sind im Kapitalismus Ausnützer der zahlungsfähigen Nachfrage, also Gegner der Bedürfnisse.

Thomas Ebermann, Rainer Trampert: Die Zukunft der Grünen, Ein realistisches Konzept für eine radikale Partei; Konkret Literatur Verlag
ABSCHAFFUNG DES KAPITALISMUS WG. MENSCHHEIT

2 grüne Politiker haben sich als Theoretiker profiliert und ein Buch geschrieben: Zu den längst feststehenden Inhalten und Prinzipien grüner Politik lieferten sie einen programatischen Überbau. Dieses Verfahren haben sie von der Sozialdemokratie gelernt - E und T sind schließlich "Ökosozialisten" -, deren politische "Alltagsarbeit" sich für den Sonntag gerne eine Perspektive zur Kontemplation zulegt.

Staatsdebatte bei den Grünen:
ORDNUNG MUSS SEIN!

Die Grünen gehören mittlerweile so sehr zum politischen Establishment dieser Republik, daß sie wie die anderen Bonner Parteien beim "Wählerpotential" mit dem staatsmännischen Anspruch auf der Matte stehen, sich gefälligst für ihr Gekungel zu interessieren, das ihnen politischen Einfluß verschaffen soll.
Mit Fragen der Regierungsbeteiligung kultivieren sie den Polit-Geschmack ihrer Adressaten, wobei sie schwer darauf achten, daß auf ihre Partei nicht der Makel fällt, ihr gehe es "bloß" um "die Macht".

Grüner Minister in Hessen
DIE TURNSCHUHGENERATION GEHT IHREN WEG

Sind die Grünen, nach ihrer Koalition mit der SPD in Hessen, durch "Verrat am Wähler und an der Basis" (das fundamentalistische MdL Kuhnert) zu einer "stinknormalen Partei" geworden, oder hat die SPD einer "extremen Bewegung", die "den Staat mit der Fallbirne zum Einsturz bringen" will, den "direkten Zugriff auf einen zentralen Bereich der Politik eröffnet" (diverse CDU-Geiferer)?
Selbstverständlich stimmt keins von beiden.

Alternative in der Krise
DIE GRÜNEN LASSEN DIE LATZHOSEN RUNTER

Der Mißerfolg bei den Wahlen im Saarland und in Nordrhein-Westfalen hat bei den Grünen einen Diskussionsprozeß ausgelöst, der sich zunächst in nichts unterscheidet von der Wahlbewältigung anderer Parteien:
Kindersex, ein zu dickes Programm (630 Seiten), zu wenig Engagement der noch vom Kommunalwahlerfolg berauschten Basis, zu wenig "überzeugende Persönlichkeiten".

Wie aus links grün-alternativ wird...
EINE MORALISCHE METAMORPHOSE

In deutsclnen Landen hat es einmal eine Studentenbewegung gegeben, die dann auch keine solche mehr bleiben wollte. Sogar Frauen ist damals die Frage gekommen, wodurch sich der regierungsamtliche Umgang mit Leuten in der "Dritten Welt", die Ruinierung von Lohnabhängigen in den modernen Fabriken, die widerwärtigen Leistungen von Erziehung und Wissenschaft eigentlich unterbinden lassen.

BESSERE DEUTSCHE FIND'ST DU NICHT!

Friedensbewegte und Grüne haben sich eine Demonstration vorgenommen. Anlaß ist eine Hauptveranstaltung des deutschen Mai im Jahre 1985, der Weltwirtschaftsgipfel.

Die Grünen
OTTO SCHILY - EIN ÜBERZEUGUNGSTÄTER

Wenn der Staat die jüngsten RAF-Aktivitäten dazu hernimmt, den Übergang zur Gleichsetzung Kritik = "Terrorismus" auf die öffentliche Tagesordnung zu setzen, dann diskutieren die Alternativen öffentlich ihr Verhältnis zur Gewalt. Und das auch noch als Streitgespräch für den "Spiegel".

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