Germanistik

Goethes Faust
BERICHT ÜBER EIN KULTURELLES ERBE

Daß vor 155 Jahren ein Schriftsteller namens Goethe gestorben ist, könnte einem ja auch egal sein. Weder seine Stoffe noch die Kunst ihrer Bearbeitung böten Anlaß zu mehr als historischem Zeitvertreib, wäre nicht die in ihnen ausgebreitete Gesinnung für die Intelligenz Anno 1987 so aktuell wie ehedem.

160 Jahre Rezeptionsgeschichte
GOETHE UND KEIN ENDE

Daß Goethe mit seinem Faust einem sinnsuchenden Individuum literarisches Leben einflößte, hat ihm die Nachwelt nicht vergessen. Intellektuelle lieben offenbar die Darstellung der Höhen und Tiefen geistiger Selbstrechtfertigung, wie sie Faust stellvertretend für ihr wichhges Geschäft durchzieht: In der Gestalt des Faust wird ja so schön zur Anschauung gebracht, wie kompliziert es ist, der Welt einen höheren Sinn beizubiegen, und wie verantwortungsvoll dieses moralische Sinnbedürfnis ist.

Der siegreichen Arbeiterklasse mit Goethe die Arbeit schmackhaft machen

Die Intelligentsia des Realen Sozialismus, die sich mit ihren Kräften so gern in den Dienst des Volkes stellen möchte, hat nichts Besseres zu tun, als sich mit ein paar systemkonformen Sinnsprüchen aus ihrem Goethe-Fundus in dieses Bündnis einzubringen. In seiner freien Zeit soll sich der DDR-Mensch einem "freien Volk auf freiem Grund" zugehörig fühlen, von dem der Alte aus Weimar nicht die Spur einer Ahnung hatte.

Politologen-, Historiker- und Germanistentage
WENN DIE WISSENSCHAFT IHRE TAGE KRIEGT

Nach den Sommerferien, dann wird die deutsche Professorenschaft reiselustig. So auch dieses Jahr: Es trafen sich die Soziologen, die Politologen, Historiker und Germanisten.

Kunst und Revolution

Eine Kontroverse, die ziemlich alt ist und von uns im wahrsten Wortsinne leidenschaftslos aufgegriffen wird, weil wir sie mit unserer Rezension des Peter-Weiss-Romans "Ästhetik des Widerstands" trotz gegenteiliger Absicht provoziert haben. Der in Hannover Philosophie lehrende Prof.

Goethe-Jahr (II)
BERICHT ÜBER EIN KULTURELLES ERBE

Daß vor 150 Jahren ein Schriftsteller namens Goethe gestorben ist, könnte einem ja auch egal sein. Weder seine Stoffe noch die Kunst ihrer Bearbeitung böten Anlaß zu mehr als historischem Zeitvertreib, wäre nicht die in ihnen ausgebreitete Gesinnung für die Intelligenz Anno 1982 so aktuell wie ehedem.

Psychoanalyse
DER UNWÜRDIGE DOKTOR

Über die Praktiken des fleißigen Instituts- und Gesellschaftengründers Dr. Ammon ist es durch einige mehr oder weniger spektukalär ausgestiegene Mitarbeiter zu einer öffentlich ausgetragenen Fehde gekommen, in der alle Register gezogen werden, über die die professionellen Menschenfreunde und die öffentlichen Begutachter ihres Wirkens verfügen.

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