Friedensbewegung

CHRISTLICHER PROTEST FÜR RÜSTUNGSABSTINENZ

Protest gegen den NATO-Doppelbeschluß meldet auch die christliche Friedensbewegung an. Wie die Krefelder sehen sie in der möglichen Störung eines vorgestellten Gleichgewichts einen möglichen Kriegsgrund, weshalb sie für Abrüstung und Entspannung eintreten.

Friedensappellanten
NATIONALE ALTERNATIVE AUS KREFELD

Seit Monaten suchen sich deutsche Politiker in der Verurteilung jeder Friedensliebe zu überbieten, die in ihrem Ideal etwas anderes sehen will als eine Begründung für die derzeitigen Kriegsvorbereitungen der Nato. Wo Regierung, Opposition und Präsident gegen "übertriebene idealistische Bestrebungen" zu Felde ziehen und die politische Landschaft mit ihrem Verdikt einer bloßen "Gesinnungsethik" oder einer "Ersatzreligion" namens Entspannung bestimmen, da nimmt es Wunder, mit welchen Argumenten die wenigen Bundesbürger angetreten sind, die solche Meinungsbildung insofern auf sich persönlich beziehen dürfen, weil sie mit der beschlossenen Aufrüstung nicht einverstanden sind.

Gewerkschaften
DER BEITRAG DES FORTSCHRITTLICHEN TEILS DER ARBEITERKLASSE ZUR FRIEDENSSICHERUNG

Mit stolzem Ernst blickt die IG Metall in ihrer großen Friedensnummer zum 1. Mai - vorndrauf ein buntes Bild vom Erdball mit vielen Bäumen, Häusern, glücklicher Bevölkerung, aber auch mit in das All starrenden Raketen und mit bösen Panzern - auf ihre lange Tradition der Friedensliebe zurück und zitiert ihren Ahnvater Wilhelm Liebknecht aus dem Jahre 1868:

Die Friedensbewegung
NOCH EINE KAMPFFRONT

Da opfert der "Stern" seine bunten Seiten dem Nachweis, daß im Ernstfall unser aller Sicherheit von shitrauchenden GIs abhängt, den Bedienungsmannschaften der in deutschen Wäldern gelagerten Atomraketen, und daß mit diesen Dingern der Ernstfall eines atomaren Schlachtfelds zwischen Rhein und Elbe so gut wie sicher ist - und nicht einmal dieser Appell an nationale Empörung des Publikums verfängt bei diesem. Bürgerinitiativen: "Ami-Raketen raus aus Ramstein!"

"Kampf dem Atomtod" in Bremen
HL. MESSE DER FRIEDENSFREUNDE UND KRIEGSMACHER GEPLATZT

tefo Bremen - "Es geht ums Leben!" - unter diesem Motto veranstaltete am vergangenen Wochenende die "Abrüstungsinitiative Bremer Kirchengemeinden" eine Ausstellung über die Anti-Atom-Bewegung in den fünfziger Jahren und eine Veranstaltungsreihe mit Diskussionen über die aktuelle Friedensbedrohung...

Friedensdemonstrationen in Bonn
SELIG SIND DIE FRIEDFERTIGEN...

Wenn angesichts des Zusammentretens der nuklearen Planungsgruppe der NATO in Bonn ca. 15.000 Menschen am 4.

Gewerkschaftliche Bildungsarbeit
PSYCHOLOGISCHES ZUM WELTKRIEG

Die IG Druck und Papier, die neben den auf ihr Handwerk, nach all den Dequalifizierungen durch die umfassende Rationalisierung des Gewerbes, besonders stolzen "Jüngern der schwarzen Kunst" vornehmlich auch die Meister der Kunst des Schwatzens aus den Redaktionsstuben organisieren will, verfügt über ein Publikationsorgan, die "drupa", das bereits durch die Kleinschreibung der Form nach verrät, wer den Anspruch erhebt, intellektuelle Avantgarde im DGB zu sein. Hier kommt neben Schöngeistigem auch mal ein Vertreter des Geisteslebens zu Wort, der dessen modische Errungenschaften besonders schön zu Papier bringen kann.

Philosophischer Zivilschutz
MIT 100 DM SIND SIE DABEI

Es ist durchaus kein Widerspruch zur gepredigten Verantwortung des Geistesschaffenden - wie ein besorgter Frager Prof. C.

Korrespondenz
"WARUM SOLL MAN VOR SOLCHEN BEWEISEN NICHT ERSCHRECKEN DÜRFEN?"

Ihr stimmt uns zu, daß die Vorgänge im und vor dem Stadion nicht in einen Topf zu schmeißen oder gar auf den Kopf zu stellen sind, landet dann aber auf Umwegen doch wieder bei der Gleichsetzung - über die Wirkung auf Euch: Ihr seid über beides erschrocken und verlangt deshalb nach dem Grundsatz ‚Kritik gerecht nach allen Seiten verteilen!‘ unbedingt auch eine Absetzung von den Vorgängen vor dem Stadion.

Zeitgeist
FRIEDENSLIEBE IST MODERN

Es ist schon ein sonderbares Schauspiel: In ziemlich regelmäßigen Abständen fällt den engagierten Intellektuellen hierzulande auf, daß Frieden und Krieg offenbar so sehr zusammengehören, daß man sich trotz einiger Jahre relativen Friedens (bei uns hat‘s immerhin nicht gekracht) immer noch Sorgen um den nächsten Krieg machen muß. Und mit derselben Routine entnehmen dieselben Intellektuellen ihrer Beobachtung das genaue Gegenteil: Eigentlich sollte es nicht auf den Krieg, sondern auf den Frieden ankommen, lautet das schon betagte, aber immer wieder ungeheuer mutige Glaubensbekenntnis.

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