Fernsehen

Expertenmeinung aus aktuellem Anlaß
SO SIND SIE, DIE MUSELMÄNNER

(Scholl-Latour, II, S. 95)

Karl-Eduard Schnitzler im West-Fernsehen
DIE TALK-SHOW ALS MORALISCHE LYNCH-ANSTALT

Demokratischer Pluralismus; freie Presse, freier Rundfunk und freies Fernsehen; politische Streitkultur westlicher Prägung, sachlich, ideologiefrei und undogmatisch, weder rassistisch noch nationalistisch; Entertainment auf allen Kanälen, aber mit Niveau; keine Bevormundung. Das alles hat den Zonis immer gefehlt.

Werner Höfer tritt ab
EIN JOURNALIST AUS ZWEI LÄNDERN

Nach dem Bembel-Schenk verschwand jetzt mit dem "Frühschöppner" überraschend ein weiterer Exponent öffentlichrechtlichen Alkoholmißbrauchs von der Bildröhre. Dabei verzichtete Höfer - dies muß man ihm lassen - darauf, sich in Form einer jener penetranten Abschiedssendungen noch einmal besonders unangenehm in Erinnerung zu bringen.

"Hunger in Afrika" - da capo?

Die Aufführung war der große Erfolg im Sommer ‚85:
- Ein ehemaliger Filmschauspieler namens K.

TV-Skandale
EIN VOLK MACHT SEIN PROGRAMM

Deutsche Fernsehzuschauer regt nichts auf im wirklichen Leben, nicht einmal ein Krieg anderswo oder der III. Weltkrieg, solange er noch nicht angefangen hat.

Peter Scholl-Latour: schon wieder unterwegs
WEISSER MANN AUF ROTEN-SAFARI IM SCHWARZEN KONTINENT

"Peter Scholl-Latour ist ein großartige Erzähler", urteilt die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Besprechung von PSL‘s (so kürzelt er sich selbst) neuem Buch "Mord am großen Fluß", in dem er auf ca. 500 Seiten seine zum größten Teil 20-30 Jahre alten Reportagen über Afrika (natürlich als Bestseller) herausgibt.

Demokratischer Weltspiegel
LAUTER SPRECHER DES WEISSEN HAUSES

Der historisch ungebildete Zeitgenosse könnte bei der Lektüre des demokratischen Pressewesens anläßlich der Wahlen von Manila glatt auf den Gedanken kommen, bei den Philippinen handle es sich um den 51. Bundesstaat der USA oder das pazifische Inselreich sei immer noch eine amerikanische Kolonie: Mit einer bedenkenlosen Selbstverständlichkeit behandelt die westliche Öffentlichkeit die Probleme des Marcos mit seiner Opponentin exklusiv und vor allem als ein Problem der USA und kommentiert nur die Frage, ob und wie Reagan damit fertig wird.

Friedrich Nowottny
BONNER CHARAKTER

Was macht einen, der jeden Freitag, Woche für Woche, Jahr für Jahr seinen Bericht aus Bonn abgibt, dabei so vergnügt? Als habe er immer wieder höchst amüsante Dinge zu berichten, beginnt Nowottny schmunzelnd, kündigt jede der Reportagen mit schon erheitertem Augenzwinkern an, um beim Schlußkommentar über sein ganzes Gesicht zu strahlen.

Kulturnotizen
ECHTE "HEIMAT" IM FERNSEHEN

"In den Begebenheiten des Films aber hat sich unendlich viel aus Erfindung ergeben: Die Erfindung ist offensichtlich konsequent, d.h. sie ist auch nicht von einer anderen Art als das Leben."

Kabelfernsehen
VOLKSEMPFÄNGER AUF ALLEN KANÄLEN

Die "Verkabelung der Republik", das war einerseits ein Wahlversprechen der "Wende"-Parteien, andererseits ein sozialdemokratisches Schimpfwort für das ehrgeizige medienpolitische Zukunftsprojekt des Postministers Schwarz-Schilling (CDU). Es geht also um mehr als um die Alternative Kupferdraht oder Glasfaser: So hehre demokratische Güter wie Meinungsfreiheit und Pluralismus sollen auf dem Spiel stehen.

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