Cuba

Cuba
VOM VERBÜNDETEN ZUM OPFER DER SOWJETUNION

Dass in Cuba die Lichter ausgehen, ist eine Meldung, die im Westen mit unverhohlener Schadenfreude kolportiert wird. Liebevoll wird geschildert, wie dramatisch die Energie- und sonstige Versorgungslage auf der Insel ist, und wie die einzige Frage, die sich stellt, lautet: Wie lange kann sich der "alternde Revolutionär" Fidel Castro noch halten?

Fidel Castro:
"DEBT CRISIS" - MANAGEMENT - REVOLUTIONÄR

Die im kritischen Lager beliebte Theorie vom Zusammenbruch des Imperialismus, wenn er zu sehr auf Schuldeneintreibung beharrt und sich seine Ausbeutungsopfer ruiniert, eine Theorie, die die imperialistischen Staaten mit einem ganz feinsinnigen "Denkt doch mal an euch selber" zur globalen Vernunft anleiten will, hat der cubanische Staatschef auf die Spitze getrieben:
"Ein Rettungsplan für den Kapitalismus, bevor sich der Zusammenbruch nähert, spätestens 1988...

"Hier Revolution, Revolution in Cuba, 90 Meilen vor den USA, den mächtigen, den übermächtigen, den Herren? Unmöglich!" (Fidel Castro, Rede vor den Komitees zur Verteidigung der Revolution)
25 JAHRE CUBANISCHE REVOLUTION

Das sind für die Freie Welt 25 Jahre zuviel, und mittlerweile herrscht von Washington bis Bonn volle Übereinstimmung darüber, daß der Sozialismus auf Cuba eine Ausnahme bleiben muß, die am besten ausgemerzt gehört, zur vollen Durchsetzung der Regel, gegen die Fidel Castro verstoßen hat. So ist die US-Invasion auf Grenada der praktische Beitrag der westlichen Führungsmacht zur "Würdigung" der Zukunftsperspektiven jenes "sowjetischen Stützpunkts" in der Karibik.

Korrespondenz
"Stadtbürgerliche Hochnäsigkeit"

Als Ökonom mit 40 Stück Großvieh im Stall hat mir eure Kritik der kapitalistischen Ökonomie immer sehr gut gefallen. Vor allem der Ratschlag im Artikel über die Bauern, das Kapital samt seinem dicken Ertl, dem Bauernverband und der EG in die Walachei zu jagen, damit das Kraut fett wird und die Butter auf dem Brot bleibt; dieser Ratschlag ist wohl das einzig Senkrechte für meinen ‚Vollerwerbsbetrieb‘, auf dem ich voll zu arbeiten und so gut wie nichts zu erwerben habe.

Cuba:
RAFFINIERT, DER CASTRO!

Gegen Cuba zu hetzen, ist auch nicht mehr das Wahre. Da wurde in den Zeitungen nun jahrelang breitgetreten, daß es auch mit dem caribischen Sozialismus nicht weit her ist, daß es sich um einen sowjetischen Satelliten handelt, daß man mit Zucker keine Wirtschaft aufbauen kann, daß trotz einiger sozialer Errungenschaften das wichtigste Gut der Menschheit, die Freiheit, schwer abwesend ist, daß die Cubaner wohl spinnen mit ihren Expeditionskorps, denn sowas steht nur einer Großmacht zu - aber wen soll man denn noch groß überzeugen, wer soll vor schwärmerischer Nachahmung noch gewarnt werden?

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