China

CHINAS "SCHLÄCHTER" - ZU SCHLAPP FÜR EINE GESCHEITE INVESTITIONSFÖRDERUNG

An ein und demselben Tag in ein und derselben liberalen Zeitung: Vorne, in dicken Schlagzeilen, eine Riesenempörung über das brutale Durchgreifen der chinesischen Staatsführung gegen die protestierenden Studenten. Hinten, im Wirtschaftsteil, folgende sachkundige Ermahnung:

DAS CHRISTLICHE ABENDLAND SORGT SICH UM DIE VOLKSREPUBLIK CHINA

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"Deng setzte Zhao als Generalverwalter der Partei ein, und seine Absicht ging auf, Chinas Partei hatte nichts nötiger als einen nüchternen Manager, um aus der verfahrenen Situation nach Hu Yaobangs Abgang wieder herauszukommen...

Volksrepublik China
KOMMUNISTISCHE HERRSCHAFTSCLIQUE MASSAKRIERT DEMOKRATISCHE STUDENTEN. ALLES KLAR?

Der Studentenprotest

Allein schon die Bilder im Fernsehen hätten Aufschluß darüber geben können, daß unter der Überschrift "Demokratie" von den Studenten etwas gefordert wurde, was mit dem Grundgesetz der BRD und der dazugehörigen Verfassungswirklichkeit nicht sehr viel gemein hat: Unter ihren Demokratie-Transparenten nämlich sangen sie die Internationale, trugen Mao-Bilder, beklagten materielle Not (der Intelligenz) und prangerten Korruption an. Nichts davon paßt in eine westliche Demokratie; nicht nur Mao und die Internationale. Über Armut kann sich das Volk in einer kapitalistischen Demokratie gar nicht beklagen; nicht weil es sie nicht gäbe, sondern weil die Demokratie nicht Volksversorgung verspricht, sondern Chancen. Wer Chancen nicht nutzen kann und arm bleibt, ist selbst schuld; wird Armut aber wirklich nicht mehr akzeptiert, dann ist das im Westen die Systemfrage, die von den Behörden entsprechend beantwortet wird. Über die private Bereicherung von politischen Amtsträgern kann man sich im Reich der persönlichen Freiheit schon gleich nicht aufregen: Die Zahl der gar nicht verschwiegenen Aufsichtsratssitze unterstreicht das Gewicht des Volksvertreters und weckt keine Zweifel an seiner Pflichterfüllung. Wird von Amtsträgern beim Bereichern gegen Gesetze verstoßen, so versorgt das allenfalls die Parteienkonkurrenz mit Stoff - Volksaufstände werden daraus nie und nimmer.

Volksrepublik China
DIE "ÖFFNUNG ZUM WESTEN" - DER KONSEQUENT PRAKTIZIERTE IDEALISMUS DES "DRITTEN WEGES"

Hemmungslos - d.h. viel tiefer und ungebremster als z.B.

DIE ANTWORT DES FREIEN WESTENS

auf die Unruhen in China hat Anlaß zur Kritik wegen der "Halbherzigkeit und Inkonsequenz" der Regierung gegeben. Nach der blutigen Niederschlagung der Proteste haben aufgebrachte Demokraten und manche Journalisten den entschiedenen Einsatz derjenigen vermißt, die von einem "sinnlosen Akt brutaler Gewalt" (Kohl) oder einem "Rückfall in die menschenverachtende Zeit des Totalitarismus" (die Bundesregierung) gesprochen haben.

PROTOKOLL DES WELTWEIT EINZIGEN "3. WEGES" ZWISCHEN KAPITALISMUS UND "REALEM SOZIALISMUS"

Die Volksrepublik China hat den regionalen Konflikt um ihre weltpolitische Orientierung selbst in die Welt gesetzt, nämlich durch die Konjunkturen ihres Verhältnisses zur Sowjetunion. Diese reichen von der Bezeichnung der SU als ‚ältester Bruder‘ über den Grenzkrieg am Ussuri bis zur Vorbereitung eines Gipfeltreffens zwischen Gorbatschow und Deng Xiaoping.

Zum 10. Todestag des Großen Vorsitzenden
WIE TOT IST MAO?

Diese Frage wird inzwischen fast nur noch in westlichen Blättern für die Geschäftswelt - "Handelsblatt", "Wall Street Journal", "Financial Times" etc. - in längeren Gedenkartikeln hin und hergewälzt (Vorschlag des "Wall Street Journal": "Mao ist nicht tot, er hält nur gerade einen langen Schlaf.").

CHINA UNTERWEGS - EIN REISEBERICHT

Wir sind hingefahren. Daß uns bei der Ankunft auf dem Pekinger Flughafen ein kalter Wind ins Gesicht blies und die Aussicht ziemlich trübe war, kann man dem "neuen Kurs" nicht ankreiden.

Kapitalismus in China?
DIE MODERNISIERUNG DER VOLKSREPUBLIK

Die Kommunistische Partei der Volksrepublik China hat nach sechs Jahren mehr oder weniger weitgehender Experimente mit "marktwirtschaftlichen Instrumenten" zur Effektivierung der Wirtschaft beschlossen, nunmehr "den Markt" bzw. das, was sie dafür hält, zum Universalinstrument der wirtschaftlichen Modernisierung zu machen.

Zhao Ziyang in Europa
AUF DER SUCHE NACH WELTMACHT

Der chinesische Ministerpräsident war auf Staatsbesuch in Europa und machte "im eleganten dunkelblauen Nadelstreifen-Zweireiher mit weißem Ziertuch eine tadellose Figur" ( Die Zeit) auch bei Westdeutschlands Politikern, Unternehmern und Öffentlichkeit. Zu welchem Zweck eigentlich?

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