Brasilien

Die Dritte Welt ohne die Zweite
EIN STÜCK IMPERIALISMUS, SONST NICHTS

Unmittelbar nach seinem Amtsantritt am 15.3. dieses Jahres hat der neu - und erstmals wieder direkt - gewählte Präsident Brasiliens, Collor de Mello, ein sehr durchgreifendes und ehrgeiziges nationales Sanierungsprogramm in Gang gesetzt: eine Kombinabon aus gewaltsamer Geldverknappung; Konsolidierung - sprich: Stopp der Verzinsung - der inneren Staatsschulden; Beschränkung des Staatshaushalts, u.a.

DIE NEUESTEN SIEGE DER DEMOKRATIE

sollen die Wahlen vom Dezember den Premierminister Radschiw Gandhi enorm "gestärkt" haben, weil er sie hoch gewonnen hat; so lasen sich die als Kommentare getamten Glückwünsche in der demokratischen Presse für einen erfolgreichen Machthaber. In Wahrheit verhält es sich natürlich auch in Indien genau umgekehrt: Insofern Wahlen dort demokratisch verlaufen, also mit der Zustimmung des Wählers gerechnet wird, weswegen man ihm die freie Wahl zwischen verschiedenen Machthabern läßt, gewinnt der erfolgreichste bzw.

WAHLEN IN BRASILIEN

Die vom amtierenden Staatspräsidenten General Figueiredo angeführte Mehrheitsfraktion des seit 20 Jahren herrschenden Militärs hat sich entschlossen, zur Absicherung ihrer Macht und in der Auseinandersetzung mit den konkurrierenden Gruppen innerhalb der herrschenden Klasse des Landes Demokratie zu wagen. Das Wagnis hielt sich allerdings in den Grenzen eines Wahlrechts, dessen Spezifika fürs gewünschte Ergebnis sorgten.

Brasilien
KRISE MIT ZUKUNFT

Brasilien, das "Schwellenland" par excellence, das mit seinem Wirtschaftswachstum (jährliche Zuwachsraten von 8-10%) für internationale Kapitale zu den schönsten Hoffnungen Anlaß gab, ist ins Gerede gekommen. Kaum entlassen VW do Brasil und Mercedes einen Teil ihrer Arbeiter, entdeckt die Presse "das Ende des brasilianischen Wirtschaftswunders" und macht dem Leser klar, nach welchem Maßstab Ökonomien der "Dritten Welt " beurteilt werden:

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EINE KRAFTPROBE MIT VORENTSCHIEDENEM AUSGANG

Die brasilianischen Generäle und das ausländische Kapital haben in den letzten Wochen erneut eine "Kraftprobe" mit Arbeitern und Gewerkschaft siegreich bestanden: Der Streik von bis zu 200000 Metallarbeitern im sog. ABC-Gürtel um Sao Paulo, wo u.a.

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