Außenpolitik

Das Kohl-Gorbatschow-Dokument
FRECHHEIT SIEGT

Solche Erklärungen, die als dokumentarische Weihe der Beziehungen von Staaten feierlich unterzeichnet werden, enthalten in der Regel allerlei Allgemeinplätze, die guten Beziehungen und den ernsten Willen zu ihrer Verbesserung betreffend. Besuchen sich Feinde, dann triefen diese Machwerke der Diplomatie nur so von Frieden und Fiedenswillen.

Bonn empfängt Gorbatschow
WIR ERWARTEN VIEL UND KRIEGEN AUF ALLE FÄLLE NICHT GENUG

Bonn erwartet den Staatsbesuch des Jahres. Die Feier gilt nicht dem neugewählten Präsidenten der Weltmacht, der wir die Freiheit und unsere Rolle als zweitstärkste NATO-Macht verdanken; auch nicht dem französischen "Männerfreund" Kohls, mit dem wir gemeinsam Europa erbauen und der auf "Routinebesuchen" im lieblichen Oggersheim abgespeist wird.

Was nicht nur Negern gefällt:
AFRIKA MIT STIL UM DEN DEUTSCHEN FINGER GEWICKELT

Afrika den Deutschen! Diese Forderung hat die versammelte bundesdeutsche Politprominenz sehr amüsiert.

Genscher und Kohl in Afrika
DIE BRD PFLEGT DEN NORD-SÜD-DIALOG

Genscher und Kohl waren schon vor Ort, Weizsäcker macht sich schon reisefertig: Dem afrikanischen Kontinent steht ein "Afrika-Jahr" der bundesdeutschen Reisediplomatie ins Haus.
Demonstriert werden die "freundschaftlichen Beziehungen", die die BRD mit dem von Bonn aus gesehen "benachbarten Kontinent" verbinden.

Zwei Wochen BRD-Reisediplomatie
VON DER MOSKWA BIS ZUM LA PLATA

Es gibt offensichtlich nichts, was sich in der Staatenwelt so tut, was die Bonner Politik nichts angeht. "Verantwortung tragen", weltweit, beliebt man das aus deutscher Sicht zu nennen.

Kohl in Pakistan
FRONTSTAATFÜHRER UNTER SICH

Auf der zweiten Etappe seiner Asienreise, in Pakistan, fühlte sich Kanzler Kohl fast wie zuhause. In dem "Obersten Kriegsrechtsverwalter" Zia ul-Haq traf er auf einen "Freund und Partner und eine bedeutende Kraft in einer für uns wichtigen Region", der, wie Kohl, den Kampf um den westlichen Frieden in Freiheit an vorderster Linie führt.

Kohl in China
1 MILLIARDE KOLLEGEN, KUNDEN, WAFFENBRÜDER

So locker begründete Kohl auf Bestellung, daß die christdemokratische Regierung des antikommunistischen Frontstaats BRD, eine Woche lang per Staatsbesuch weltöffentlich, das beste Einvernehmen mit allen politischen Größen der "diktatorisch" regierten nationalkommunistischen Volksrepublik China pflegt. An den Dogmen des westlichen Antikommunismus will man Deng Xiaoping und Konsorten nicht messen.

EIN ITALIENER VERSTÖSST GEGEN DAS GRUNDGESETZ

Skandal in Bonn: Der italienische Außenminister Andreotti erhob Einspruch gegen den nationalen Haupt- und Oberzweck der bundesdeutschen Politik, die "deutsche Teilung" in einem befreiten Europa vom Atlantik bis zum Ural zu "überwinden". Ihm paßt es offenbar nicht, daß die BRD das gemeinsame NATO-Anliegen ganz selbstherrlich für ihre Großmachtambitionen benutzen will:

Noch ein Türke
ZU BESUCH IN BONN

Anfang September wurde vom amtlichen Bonn einmal ein Türke ausgesprochen freundlich behandelt. Es war der Ministerpräsident Turgut Özal auf Staatsbesuch, und er verkörperte nicht das Ausländerproblem, sondern die "traditionell guten Beziehungen" zwischen der Türkei und uns.

Die Freiheit stiftet Ordnung
WELTWEIT UNTERWEGS IN SACHEN FRIEDEN

Politikerreisen in Vorkriegszeiten haben entweder den Charakter von Truppeninspektionen, wenn sie Freunde heimsuchen, oder erinnern an Erkundungsmissionen hinter den feindlichen Linien, wenn die Sendboten des Frontstaats BRD im Zeichen der Raketenstationierung "Ostkontakte pflegen".
Lauter Freunde von "uns", wie zu hören war, hat der

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