AKW-Gegner

NUKEM und die "Bewegung"
GIBT DER "ATOMSKANDAL" DEN AKW-GEGNERN RECHT?

Eindeutig ja, meinen sie selbst. Ihre Warnungen von gestern sehen sie durch Tatsachen von heute bestätigt: eine Entsorgung gibt‘s nicht, staatliche Kontrollen der Atomindustrie sind undurchführbar, und im nationalen Brennstoffkreislauf lauert der Übergang zur Atombombe.

Die Grünen
VOM RECHTSANWALT DER BETROFFENHEIT ZUM STAATSANWALT IN SACHEN ATOMGESETZ

Die Grünen haben im öffentlichen Atomskandal sofort die größte anzunehmende Unterstützung ihrer politischen Linie ausgemacht. Realos und Fundis waren sich einig wie selten.

Bundeskonferenz der AKW-Gegner in Bremen
NOSTALGISCHE BOHRLOCHSCHAU

Anwesend waren an die 1500 AKW-Gegner, um auf einer Bundeskonferenz "über Scheitern", "Krise" und weitere "Strategie" der Bewegung zu beraten. Aufgefallen war ihnen, daß die letzten großen Erfolge des Widerstands gegen das Atomprogramm der Bundesregierung sich darin erschöpften, daß die Demonstration eines "gewaltfreien Widerstands" in Gorleben mit einer heftigen Prügelei der Staatsorgane abgeräumt wurde.

Brokdorf
80000 DÜRFEN DEMONSTRIEREN

Daß Ende Februar in Brokdorf 80000 gegen die Entscheidung der Politiker demonstrierten, Deutschland mit heimischer Atomenergie in die Herausforderungen der 80er Jahre zu führen, stellte sich für die öffentliche Bewältigung dieser Demonstration als Marginalie zur erforderten Einsicht in die höhere Notwendigkeit solcher Politik dar:
"Die Demonstranten werden in Zukunft mit der Erkenntnis leben müssen, daß mit solchen Massenprotesten der Bau eines Atomkraftwerks nicht verhindert werden kann."

Gorleben
EIN DEMOKRATISCHES SANDKASTENSPIEL

Während in vorwiegend süddeutsclien Regionen ehrbare Bürger alljährlich zur Faschingszeit ihren Spaß daran finden, sich als närrische Untertanen einem gekürten Prinzenpaar zur Verfügung zu stellen, und mit einem glitzernden Zeremoniell samt Hofstaat und Garde ihre sonst eher schmucklose Unterwerfung unter den Staat als Vergnügen feiern (weshalb dieses auch so öde ausfällt), haben sich einige 1000 Anhänger der Ökologieszene vorgenommen, ganz basisemokratisch einmal für ein paar Wochen Staat von unten zu spielen und auf der Tiefbohrstelle 1004 bei Gorleben die "Freie Republik Wendland - Kultstätte 1004" ausgerufen.

Kernenergie
EIN 'HISTORISCHER KOMPROMISS'

Zwei Beteiligte der von der Bundesregierung eingesetzten Enquete-Kommission für die künftige Energiepolitik haben die von den Kommissionsmitgliedern unlängst selbst geäußerte Sorge, die von ihnen entworfenen ‚Szenarien‘ für das Jahr 2030 würden überhaupt nicht zur Grundlage der Energiepolitik gemacht, sondern seien nur die Begleitmusik zu den nach anderen Kriterien getroffenen Entscheidungen, eine salomonische Antwort gefunden. Nachdem der Bundeskanzler selbst schon auf die Idee gekommen war, die verstärkte Förderung von Kohle und damit in Zusammenhang stehender technischer Verfahren als Abkehr von der Kernenergie zu verkaufen, also als Zugeständnis an Kernkraftgegner, die nun ihrerseits als echte Demokraten für die existierenden und künftig gebauten Kernkraftwerke zu sein hätten, haben sich zwei wissenschaftliche Geistesriesen den Trick abgeschaut: Die zukünftige Energiepolitik muß ein "Kompromiß" sein.

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