3.Welt

III. Neues von den Gefechtsfeldern des Weltfriedens
DER "NORD-SÜD-KONFLIKT" - WARUM DARAUS NICHTS WIRD

Der weltkriegsträchtige Konflikt zwischen den kapitalistischen Weltwirtschafts- und Weltordnungsmächten des Freien Westens und der sowjetischen Weltfriedensmacht mit ihrem Sozialistischen Lager hat noch die Welt beherrscht, da kam bei vielen, die es besser wissen wollten, bereits der Verdacht auf, es gäbe Wichtigeres als die Alternative "Freiheit oder Sozialismus" und vor allem einen viel bedeutenderen globalen Interessengegensatz als den zwischen ‚Ost‘ und ‚West‘, nämlich einen drohenden Überlebenskampf zwischen ‚Nord‘ und ‚Süd‘: zwischen der 3. Welt und den entwickelten ‚Industriestaaten‘ der Nordhalbkugel.

I. Neues vom Weltmarkt der Ideologien

Die Entwicklungsländer haben ihren Namen von einer politökonomischen Ideologie. Derzufolge handelt es sich bei den Nationen des erfolgreichen Kapitalismus um eine weltgeschichtliche Norm, bei den exotischen Staatskreaturen der kapitalistischen Weltherrschaft um Vorstufen dazu, ausgestattet mit einer naturwüchsigen Tendenz, auch so zu werden wie ihre maßstabsetzenden Vorbilder.

A. Demokratische Politökonomie Elends:
MIT WAHLRECHT UND PARTEIENPLURALISMUS GEGEN STAATSBÜROKRATISCH-SOZIALISTISCHE ENTWICKLUNGSRUINEN

Im Jahr 1990 hält eine große bürgerliche Zeitung, die "Süddeutsche", wieder einmal eine Artikelserie über Afrika für fällig. Ihre Reporter durchreisen auch solche Staaten, deren Hauptstädte nur Kenner beim Namen wissen, und berichten.

Politische Ökologie des Elends:
WELTWEITER NATURSCHUTZ GEGEN DEN SCHÄDLING MENSCH

Linke Freunde einer besseren Welt sehen im Elend der 3. Welt seit langem ein starkes Argument für die Reformbedürftigkeit der herrschenden kapitalistischen Verhältnisse.

Die Dritte Welt ohne die Zweite
EIN STÜCK IMPERIALISMUS, SONST NICHTS

War da nicht neulich noch was? Eine "rote Gefahr" über der 3.

A. Zum Beispiel Lome IV:
DIE EG BETREUT, REFORMIERT UND SANIERT SICH IHRE KOLONIALWARENLIEFERANTEN ZURECHT

Seit 1975 nimmt sich die Europäische Gemeinschaft einer Anzahl ehemaliger Kolonien der europäischen Großmächte besonders an. Zunächst 66, jetzt 69 überwiegend kleine Länder in Afrika, in der Karibik und im Pazifik (AKP-Staaten) werden im Rahmen eines Abkommens betreut, das nach dem Verhandlungsort in Togo Lome-Abkommen heißt und Ende 1989 für die Zeit bis zum Jahr 2000 fortgeschrieben worden ist.

Die Dritte Welt ohne die Zweite
EIN STÜCK IMPERIALISMUS, SONST NICHTS

Unmittelbar nach seinem Amtsantritt am 15.3. dieses Jahres hat der neu - und erstmals wieder direkt - gewählte Präsident Brasiliens, Collor de Mello, ein sehr durchgreifendes und ehrgeiziges nationales Sanierungsprogramm in Gang gesetzt: eine Kombinabon aus gewaltsamer Geldverknappung; Konsolidierung - sprich: Stopp der Verzinsung - der inneren Staatsschulden; Beschränkung des Staatshaushalts, u.a.

Die Blockfreien 1961 bis 1989
VOM WELTGEWISSEN ZUM UMWELTPROBLEM ODER ANFANG UND ENDE EINER "DRITTEN WELT"

Als der vom Sowjetblock abgefallene Tito die Staatsoberhäupter politisch unabhängig gewordener Länder aus dem Kolonialbesitz der imperialistischen Westmächte 1961 nach Belgrad einlud, entstand die Bewegung der Blockfreien als "antiimperialistisches" Bündnis gegen die Hegemonieansprüche und den "Rüstungswettlauf" der "Supermächte". 1989, wieder in Belgrad, haben die Teilnehmer auf jegliche Kritik am Westen "verzichtet".

DER MORALISCHE IMPERATIV FÜR "UNS ALLE"

US-Söldner betreiben die militärische Endlösung des Sandinismus. Bundesamtliche Hausbank oder IWF revolutionieren mit einem kreditgewährenden oder kreditversagenden Federstrich gleichermaßen die Lebensumstände der Bevölkerung eines botmäßigen oder unbotmäßigen Landes so gründlich, daß sich daran auch noch so viele Solidaritätstassen tödlich blamieren.

Unser Afrika
DIE POLITISCHE ÖKONOMIE SCHWARZAFRIKAS

Es handelt sich um die Wirkungen des Geldes, wenn der Hunger zum afrikanischen Alltag gehört, wenn ehemals fruchtbare Gebiete des schwarzen Kontinents immer weniger hergeben und die Nahrungsmittelproduktion von Jahr zu Jahr sinkt, wenn Slums zur afrikanischen Stadt gehören wie vormals die Dorfhütten zum Neger.
Es sind die Folgen des Kapitals der Industrienationen, das Afrikas Reichtümer nutzt, wo es sich lohnt, wenn so gut wie alle schwarzafrikanischen Staaten ihre wirtschaftliche Pleite erklären, während die Konten der ausländischen Geschäftemacher mit dem Erdteil stimmen.

Seiten

3.Welt abonnieren