Zur Fußballweltmeisterschaft 1982 in Spanien

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Dieser Artikel ist in der MSZ 4-1982 erschienen.
Systematik: 

Zur Fußballweltmeisterschaft 1982 in Spanien

nur zwei Zitate aus unserem ersten, einzigen und letzten theoretischen Beitrag zur Sache:

"Daß Fußball fasziniert in dem Maße, wie er es tut, ist erschreckend für das kritische Bewußtsein. Die Hunderttausende, die samstags die Stadien füllen und in der Identifikation mit dem Spiel ihre Identität suchen, stehen gleichsam in einer gigantischen Abseitsfalle; andererseits, wer wollte ihnen verübeln, wenn sie ausgerechnet beim Fußall suchen, was die warenproduzierende Gesellschaft ihnen vorenthält?"

("Abseits und andererseits. Größerer Versuch über das Balltreten", MSZ Nr. 4/1974)

Noch reichlich liberal formuliert, damals, aber immerhin 5 Jahre vor der erfolgreichen Ableitung des bürgerlichen Staates das Folgende:

"Zum Fußball hinzu kommt bei der Weltmeisterschaft, daß es Nationalmannschaften sind, die ihn spielen. Er betritt die Sphäre des Staates und diese verleiht ihm hoheitliche Züge. Verteidiger, Mittelfeldspieler und Sturmspitzen betreten plötzlich daneben noch als Staatsbürger den Rasen."

Aktuell zur laufenden WM ist nur zu sagen, daß der Sieg Algeriens über die BRD/Westberlin-Auswahlmannschaft sehr gerecht war.