WIE DER WEISE HEILIGE VATER BEI SEINEM BESUCH IN POLEN EINMAL DEN HL. GEIST RAUSLIESS

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Dieser Artikel ist in der MSZ 7-1984 erschienen.

WIE DER WEISE HEILIGE VATER BEI SEINEM BESUCH IN POLEN EINMAL DEN HL. GEIST RAUSLIESS

"Daß der Wesenskern des Staates die Souveränität der Gesellschaft, der Nation und des Vaterlands ist, das empfinden wo, wir Polen, besonders tief. Wir haben das im Laufe unserer ganzen Geschichte und vor allem durch die schweren Erfahrungen der letzten Jahrhunderte gelernt. Nie können wir diese schreckliche Lektion der Geschichte vergessen, wie sie der Verlust der Unabhängigkeit Polens vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn dieses Jahrhunderts gewesen ist. ...

Deshalb waren der letzte Weltkrieg und die Besetzung, wie wir sie in Polen erlebt haben, für unsere Generation ein so furchtbarer Schock. Vor 35 Jahren wurde dieser Krieg an allen Fronten beendet. In diesem Augenblick hat eine neue Periode in der Geschichte unseres Vaterlands begonnen. Doch können wir nicht all das vergessen, was unsere Erfahrung des Kriegs und der Okkupation beeinflußt hat; wir können das Lebensopfer so vieler polnischer Männer und Frauen nicht vergessen. Ebenso können wir nicht den Heroismus des polnischen Soldaten vergessen, der an allen Fronten der Welt gekämpft hat - 'für unsere und eure Freiheit'."

Liebet eure Nation, vergesset nicht eure Feinde!

"Die Geschichte des Vaterlands wurde aufgezeichnet durch das Grab des Unbekannten Soldaten. Ich möchte an diesem Grab niederknien, um jedes Samenkorn zu ehren, das, indem es in die Erde fällt und in ihr stirbt, Frucht bringt. Sei es der Same des Bluts eines Soldaten, das auf dem Schlachtfeld vergossen wurde, sei es das Opfer des Martyriums in Konzentrationslagern und Gefängnissen. Oder der Same harter täglicher Arbeit mit schweißtriefender Stirn: auf dem Feld, in der Werkstatt, im Bergwerk, in den Gießereien und Fabriken. Oder der Same der Elternliebe, die sich nicht weigert, einem neuen Menschen das Leben zu schenken" (damit er dann die Samenfunktionen, s.o., vollziehen kann) "Oder der Same schöpferischer Arbeit an den Universitäten, in den Bibliotheken und an den Stätten nationaler Kultur... 'all das, was Polen bildet'."

Dies ist wohlgemerkt kein Faschismus von Opfer, Blut und Boden, sondern Jesu Gleichnis vom Samenkorn!

"Das Polen der Piasten, das schon seit 968 in Posen den ersten Bischof hatte ... - relativ früh, bereits 34 Jahre nach der Taufe Mieszlas' -, erhielt jetzt eine eigene kirchliche Organisation: die Metropole in Gnesen mit Suffragansitzen in Krakau, Breslau und Kolberg. ...

Zu recht gedenken wir mit Hochachtung der großen Gestalten der Gnesener Versammlung. Durch die deutliche hierarchische Struktur, welche die Kirche in Polen damals erhielt, wurde sie der Geschichte der Nation fest eingepflanzt. Das Jahr 1000 ist ein Datum, das wir zu recht mit dem Datum der Taufe Polens verknüpfen, mit dem Jahr 966."

Schließlich ist Nationalismus eine Gottesgabe. Er kann aber dazu führen, daß Christen anderer Vaterländer dagegen aufbegehren. Der Christ Windelen, Minister für gesamtdeutsche Fragen, wies das Ansinnen des Papsts, Breslau einfach nach Polen zu verlegen und nicht in den Grenzen des deutschen Reiches von '37 zu belassen, entschieden zurück.

"An euch dachte ich auch in Mexiko, als ich mit der studentischen Jugend im Heiligtum der Gottesmutter in Guadalupe zusammentraf. Erlaubt, daß ich euch einige Sätze aus dem Brief vorlese, den ich... speziell für die Studenten aus Südamerika geschrieben habe: 'Bei der Begegnung mit euch habe ich gespürt, wie tief ihr das Böse empfindet, das auf dem sozialen Leben der Nation lastet, deren Söhne und Töchter ihr seid. Ihr seid von der Notwendigkeit eines Wandels geprägt, von der Notwendigkeit, eine bessere, gerechtere, menschenwürdigere Welt zu schaffen. ... Dieses Verlangen von seinem Grund her christlich und humanistisch zugleich - besitzt universalen Charakter. ... Es muß von der Wahrheit über den Menschen getragen sein, und es muß auf die volle Verwirklichung der Menschenrechte abzielen. ... Der Mensch ist Mensch durch die Reife seines Geistes, seines Gewissens, seiner Beriehung zu Gott und zunn Nächsten. Eine Ordnung, die diesen Werten des menschlichen Geistes keinen Vorrang einräumt, wird keine bessere und gerechtere Gesellschaft herbeiführen, die ihr, jung wie ihr seid, zu recht gegen jegliches Unrecht, gegen jede Diskriminierung und Gewalt, gegen jede Unterdrückung des Menschen protestiert.'"

Sehr clever, der Herr Papst! Weil es in Polen nicht opportun ist, offen zum Widerstand aufzurufen, liest er aus einem Brief an mexikanische Studenten vor. Die Mexikaner hat er zudem zu Gewaltlosigkeit aufgefordert. Das braucht er in Polen nicht. Seine polnischen Schäflein haben die feine Botschaft schon verstanden.

"Mutter des guten Rats! Zeige uns innmer, wie wir dem Menschen und der Menschheit in jeder Nation dienen, wie wir sie auf dem Weg des Geists führen sollen, wie Gerechtigkeit und Friede in einer von vielen Seiten ständig bedrohten Welt zu sichern sind. Wie sehr verlangt es mich, Dir bei dieser heutigen Begegnung alle diese schwierigen Fragen der Gesellschaft, der Systeme und der Staaten anruvertrauen, Fragen, die durch Haß, Krieg und Selbstvernichtung nicht zu lösen sind, sondern allein aufdem Wege des Friedens, der Gerechtigkeit und der Achtung der Rechte der Menschen und der Völker."

"Unsere siebenjährige Betrachtung der Gestalt des hl. Stanislaus... die wiederholte Ausstellung der Reliquie, nämlich des Haupts des Heiligen, auf dem wir deutlich die Spuren der tödlichen Hiebe ablesen können - all das führt uns heute in ein großes und inständiges Gebet um den Sieg der sittlichen Ordnung in dieser schweren Epoche unserer Geschichte."

Stanislaus und Maria

schenkt uns Polens Gloria!

Der Nation schenkt Lebenswillen,

Fluch den Antibabypillen,

und dem System, dem bösen, auch!