Was die BRD mit Südkorea verbindet: "Teilung"

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Dieser Artikel ist in der MSZ 2-1988 erschienen.
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Was die BRD mit Südkorea verbindet: "Teilung"

Die BRD und Südkorea verbindet ein gemeinsames nationales Programm: die Wiedervereinigung einer "geteilten Nation". Dieser "Ruf der Geschichte" kommt nicht aus der Vergangenheit, sondern besteht in der beiden Staaten zuerkannten und von den national Verantwortlichen freudig ergriffenen Chance, als militärischer Frontstaat für eine Zukunftsaufgabe vorgesehen zu sein und so das beanspruchte "gesamtnationale" "Lebensrecht" mit einer weltpolitischen Mission untermauern zu können. Kohl und Genscher können sich "guter Beziehungen" zu Moskau rühmen und den Staatsratsvorsitzenden der DDR in Bonn empfangen Südkoreanische Politiker nutzen das momentane Interesse der Weltöffentlichkeit an Seoul, das der Olympiade gilt indem sie ein neuerliches Verbrechen des kommunistischen Nordens inszenieren - die Ermordung einer unschuldigen Flugzeugbesatzung. Das spricht weder für die friedliche Natur des einen, noch gegen die vorgebliche Anormalität des anderen Staatswesens; nur die unterschiedlichen Dimensionen lassen den gemeinsamen Beitrag zum Weltfrieden so verschieden ausfallen.