PETER, JOHN UND MSB

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Dieser Artikel ist in der MSZ 2-1981 erschienen.
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PETER, JOHN UND MSB

Die "roten blätter" des MSB bringen in ihrer Februar/März-Ausgabe auf S. 47 einen Nachruf auf Lennon, verziert mit Bild und dem Text des posthum zum Hit gewordenen Titels "Imagine". Warum wohl haben die Fans des realen Sozialismus die erste Strophe unterschlagen? Darin heißt es u.a.:

"...imagine there's no countries,

it isn't hard to do,

nothing to kill or die for,

and no religion too..."

Der gleichen Ausgabe der "roten blätter" entnehmen wir drei eindeutige Hinweise. Auf S. 55 wird ein Theaterstück aus dem 'Vaterland der Werktätigen' folgendermaßen angepriesen:

"Durch den Einfluß eines weiblichen Kommissars der KP wird ein revolutionäres Matrosenregiment aus einem Hort der Anarchisten in ein diszipliniertes Regiment der Roten Armee verwandelt. Als die Kommissarin zum erstenmal vor die Matrosen tritt, findet sie einen desolaten, demoralisierten Haufen vor... Befehle der militärischen Vorgesetzten werden mißachtet... Doch der Abgesandte der Bolschewiken... weiß sich mit unerbittlicher Strenge und beispielhaftem Mut durchzusetzen. Die Kommissarin stirbt schließlich im Augenblick des Sieges..."

Lennons Texstelle ist demgegenüber nicht nur "demoralisierend", sondern verprellt auch einen Bündnispartner (S. 25, a.a.O.):

"Den großen Erfolg der Friedenswochen im kirchlichen Bereich mußte auch das Fernsehen registrieren: in den Nachrichten wurde von den Abschlußgottesdiensten berichtet."

Weshalb die Spartakus-Postille ihren Lesern im gleichen Heft (S. 46)

"klarmacht, warum ich es wichtig finde, daß sich unsere Organisation mal etwas näher mit Peter Maffay befaßt (dasselbe gilt für die SDAJ)."

Da weiO man nämlich, was man hat,

"gut gemeinte Allgemeinplätze... Sätze, die für jeden mit Inhalt zu erfüllen sind, und die ich mir für meine Lebensauffassung durchaus zurechtschnitzen kann."

Und dann folgt - ungekürzt - Originalton Peter Maffay:

"Mit dem Kopf voll durch die Wand,

im Vertrauen auf die eigene Kraft.

Kopf und Kragen riskieren,

nie die Richtung verlieren.

Kleinkariert laß andere sein,

setz dich voll für die Sache ein!

Beide Füße am Boden

und die Fäuste erhoben -

Du brauchst Selbstvertrauen, Selbstvertrauen

heut und morgen an dich glauben."

Das ist schon fast preiswürdig für den MSB-Lyrikwettbewerb. Fehlt nur noch die "sozialistische Perspektive". Doch da findet der MSB-Mitgliederwettbewerb eine günstige Voraussetzung vor:

"Andere Textstellen zeigen m.E., daß Peter Maffay sich seiner Entwicklung bewußt und trotz seiner dezidiert vorgetragenen Lebenseinstellung auf der Suche nach einem (weltanschaulichen?) Standpunkt ist."

Wie wär's denn mit dem folgenden:

"A working class hero is something to be!"