Kulturimperialistische Großmachtträume eines unzufriedenen Austrofaschisten.

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Dieser Artikel ist in der MSZ 4-1988 erschienen.
Systematik: 

Kulturimperialistische Großmachtträume eines unzufriedenen Austrofaschisten.

Schuschnigg wörtlich:

"Ich wollte beiläufig jenen Zustand anstreben, der hinsichtlich der mitteleuropäischen Regelung nach allem Ermessen eingetreten wäre, wenn die Mittelmächte den Krieg gewonnen hätten. Dem deutschen Block, der ein autonomes Österreich inbegriffen hätte, würden sich meiner Meinung nach als ebenso autonome Staaten die anderen mit der Zeit angeschlossen haben, die seinerzeit zum Donaureich gehörten. So dachte ich damals." (gemeint: 1937)

Über die Verwirklichung seines Traums schreibt Schuschnigg:

"Praktisch habe ich lediglich einen Versuch gemacht, zu sondieren, ob an freie Hand für Österreich hinsichtlich der Staatsform zu denken wäre, wenn es seine Militärhoheit und selbständige Außenpolitik zugunsten einer deutschen Reichsgewalt aufgeben würde."

"Volkspolitisch dachte ich mir die Entwicklung so, daß enge wirtschaftliche Verbindung - zunächst ohne Zoll- und Währungseinheit angestrebt werde, bei gleichzeitigem regem Kulturaustausch. Für den Verlauf der Entwicklung schwebte mir ein alter Gedanke vor: nämlich Österreich als selbständiger Staat in staatsrechtlicher Bindung mit dem Reich, eben so, daß Außenpolitik und Militärhoheit gemeinsam in Berlin geführt und Österreich ein moderner Bundesstaat werde."