KONSTRUKTIVER ANTIIMPERIALISMUS

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Dieser Artikel ist in der MSZ 7-1985 erschienen.
Systematik: 

KONSTRUKTIVER ANTIIMPERIALISMUS

"Die führenden Repräsentanten der kommunistischen und Arbeiterparteien, der Staaten und Regierungen der Mitgliedsländer des RGW sind der Ansicht, daß es notwendig ist, nicht auf die Konfrontation zwischen Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung, nicht auf die Errichtung immer neuer Hindernisse in den Beziehungen zwischen ihnen hinzu arbeiten, sondern nach konstruktiven Wegen der Entwicklung friedlicher, stabiler internationaler politischer und ökonomischer Beziehungen unter Berücksichtigung der in der Welt existierenden Realitäten und der Interessen aller Länder zu suchen. Sie sind fest davon überzeugt, daß kein einziges Weltproblem, einschließlich der historischen Auseinandersetzung zwischen Sozialismus und Kapitalismus, mit militärischen Mitteln gelöst werden kann. Die Mitgliedsländer des RGW waren stets konsequente Gegner von ökonomischer Abgeschlossenheit und sind immer für eine breite gegenseitig vorteilhafte Zusammenarbeit mit anderen Staaten, für die Normalisierung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen und für die Beseitigung jeglicher Hindernisse auf dem Wege ihrer Entwicklung eingetreten.

...rufen die Teilnehmer der Beratung dazu auf, ein Aktionsprogramm zu realisieren, das auf die Gesundung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen, auf die Gewährleistung der ökonomischen Sicherheit und die Schaffung von Vertrauen auf diesem äußerst wichtigen Gebiet der zwischenstaatlichen Beziehungen gerichtet ist...

Die Mitgliedsländer des RGW treten konsequent dafür ein, daß wirksame Beschlüsse gefaßt und Aktivitäten ergriffen werden, die auf die Verhinderung jeglicher Ausbeutung in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen, die Gewährleistung einer störungsfreien internationalen wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit, die Beseitigung der Diskriminierung, der künstlichen Hindernisse und des nicht gleichberechtigten Austausches in den Handelsbeziehungen, die Herstellung eines gerechten, ökonomisch begründeten Verhältnisses zwischen den Preisen für Rohstoffe, Nahrungsmittel und Industriegüter sowie der Verstärkung der Kontrolle der Tätigkeit transnationaler Monopole gerichtet sind. Sie setzen sich für die Regelung der Währungs- und Finanzbeziehungen ein, wen den sich gegen die Hochzinspolitik und befürworten die Normalisierung der Bedingungen für die Gewährung und Ausreichung von Krediten, damit diese Bedingungen, vor allem angesichts der Verschuldung der Entwicklungsländer, nicht als Mittel des politischen Drucks und der Einmischung in innere Angelegenheiten mißbraucht werden können...

Die Mitgliedsländer des RGW sprechen sich für die aktivere Nutzung der potentiellen Möglichkeiten für die Entwicklung der kommerziellen Zusammenarbeit mit kapitalistischen Staaten sowie deren Betrieben und Firmen aus. Große Bedeutung hat in dieser Hinsicht der Ausbau ökonomischer und wissenschaftlich-technischer Beziehungen zwischen den europäischen Staaten im Geiste der Schlußakte von Helsinki und der auf dem Madrider Treffen getroffenen Vereinbarungen. Die gegenseitig vorteilhafte Zusammenarbeit zwischen ihnen könnte zum Ausbau des Handels, zur Versorgung mit Energie und Rohstoffen, zur Beschleunigung des technischen Fortschritts, zur Entwicklung des internationalen Transports, zum Schutz der Umwelt und zur Erhöhung des Beschäftigungsgrades in Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit beitragen." (Deklaration der Mitgliedsländer des Rates für Gegenseitige Virtschaftshilfe, Neues Deutschland 16./17. Juni 1984)

"Die UdSSR schätzt den erreichten Stand der ökonomischen Zusammenarbeit mit den jungen befreiten Staaten hoch ein und unterstützt den Kampf der Entwicklungsländer für die Beseitigung ihrer nicht gleichberechtigten Stellung im kapitalistischen Weltwirtschaftssystem. Sie erweist ihnen große Hilfe auf bilateraler Grundlage im Rahmen ihrer Möglichkeiten sowie in den ihrer Gesellschaftsordnung entsprechenden Formen, die ihre Effektivität bewiesen und von seiten der Entwicklungsländer Anerkennung gefunden haben." (A. Gromyko, Die Außenexpansion des Kapitals, Berlin 1984)