"FRAGEN EINES TATSÄCHLICHEN ARBEITERS"

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Dieser Artikel ist in der MSZ 1-1984 erschienen.
Systematik: 

Korrespondenz
"FRAGEN EINES TATSÄCHLICHEN ARBEITERS"

17.11.83

An die Redaktion der "Marxistischen Arbeiter Zeitung" (MAZ), Betriebszeitung der Marxistischen Gruppe (MG)

bei Daimler-Benz, Stgt-Untertürkheim

"Bitte Sie als 'wahrer' tatsächlich vorhandener Handwerker-Metall-Arbeiter, dieses Schreiben in der o.g. "Betriebszeitung" demnächst abzudrucken und auf gestellte Fragen umfassend zu reagieren.

Meine erste Frage:

Wie kann sich dieses Blatt "MAZ"-Betriebszeitung nennen, wenn die Redakteure in Tübingen leben und der Verantwortliche sogar in München wohnt?

Meine zweite Frage:

Wer sind die Mitglieder der MAZ-Arbeiter-Marxisten bei Daimler-Benz? Bitte nennen Sie Namen des Vorstandes und wo erreichbar. Abt.-Nummer etc.!

Wieviel Mitglieder zählt diese Marxistische Gruppe und wo tagt sie?

Meine dritte Frage: In der MAZ-Zeitung vom 17.11.83 kommentieren Sie:

a) den Krieg im Libanon,

b) und den Kredit Bonn an Pankow.

zu a): Sie stellen das Abschlachten der PLO-Kämpfer durch die anderen PLO-Kämpfer (mit syrischer "Hilfe") als eine Machenschaft der Amerikaner dar. Sie "verstehen" die Syrer, daß sie Libanon besetzen wollen, weil die Amis ein kapitalistisches Libanon vorbereiten würden. Also, nach MAZ-Moral ist die Okkupation des Libanon durch die Syrer verständlich, aber dieselbe Tat der Israelis ein Verbrechen. Wie stehen Sie aber zur "Anwesenheit" von ca. 30.000 Kubanern in Angola, oder 200.000 Vietnamesen in Laos und Kambodscha?? Nach der "Anwesenheit" der Roten Armee in der CSSR will ich gar nicht fragen.

zu b): Sie beklagen in der 'MAZ' die Erpreßbarkeit der DDR durch und mittels westlicher, kapitalistischer Kredite. Sie machen sich aber keine Gedanken darüber, wieso sich ein sozialistisches Land wie die DDR von den Kapitalisten erpressen läßt, und wieso diese Leute in der DDR eigene Bürger an den Westen verkaufen?

Warum beschäftigen Sie sich nicht mit der Tatsache, daß es in der DDR politische Gefangene gibt? Sozialismus soll doch Gerechtigkeit bringen, oder?

Noch allgemein ein Wort zur möglichen Intervention der USA in Nicaragua. Falls sie dies täte, wäre das dann ebenso verständlich, wie die Tat der Syrer im Libanon? Oder anders gefragt: Dürfen sozialistische Staaten okkupieren, besetzen, Gewalt anwenden - wenn damit der Kapitalismus geschlagen wird?

Nun Genossen, dies sind Fragen eines Arbeiters, der tatsächlich Arbeiter ist, und eine Antwort wird hier gespannt erwartet.

E., Abt...., Daimler-Benz, Untertürkheim"

Die Antworten der Marxistischen Gruppe (MG)

Sehr geehrter Herr E.!

(zu 1 und 2)

Mal ehrlich, würden Sie unseren Argumenten mehr glauben, wenn die Redakteure in Stuttgart wohnten und bei Daimler-Benz arbeiten? Fragen Sie denn bei anderen Zeitungen, denen Sie glauben, auch nach Name und Anschrift der Redakteure? Haben Sie vom geistigen Betreuer der BILD-Zeitung, Herrn Boenisch (inzwischen Regierungssprecher), je verlangt, er solle erst mal arbeiten gehen, bevor er andere Leute zu mehr Fleiß und Sparsamkeit anhält?

Sie kennen unsere Argumente und lehnen sie ab. Weil Sie Ihnen nicht einleuchten, legen Sie sich gleich mit Ihrem ganzen Arbeiterstolz ins Zeug - und wollen uns "dingfest" machen. Dieses Fahndungsinteresse kennen wir normalerweise nur von anderen Leuten, von solchen nämlich, die tatsächlich etwas zu melden haben. Diese Leute leben nicht nur - im Unterschied zu uns - auf Ihre Kosten. Sie regieren auch und verordnen im Namen ihres Wählervolkes "inneren Frieden" und ganz viel notwendige Opfer. Auch die Arbeitslosen lassen sie nachzählen, damit sie immer wieder zu dem Schluß kommen, daß der Lebensunterhalt von Lohnabhängigen viel zu viel kostet. "Unsere Wirtschaft" verträgt sich nicht mit den Ansprüchen der Leute, die zum lebenslangen Arbeiten vorgesehen sind - lautet ihre Weisheit jeden Tag. Dafür brauchen die keinen Betrieb je von innen zu sehen, höchstens im Wahlkampf, wo sie schulterklopfend brave Arbeiter für ihre Leistungen loben. Das macht das Leben schön, nicht wahr?

(zu Frage 3a)

Bevor Sie uns vorwerfen, wir hätten für Blutbäder der Syrer "Verständnis", sollten Sie sich doch erst einmal entscheiden, ob Sie im Nahen Osten schon einmal die eine oder andere "Machenschaft" der USA entdeckt haben. Wenn es nämlich stimmt, daß die USA dort hinten eine ihnen nützliche Ordnung schaffen wollen, bei der Syrien als Hindernis gilt und als Feind zählt, dann kommen wir der Sache schon näher. Dann bleibt nur noch die Frage: warum und wozu?

Diese Frage scheint Sie aber nicht so sehr zu interessieren. Sie halten es mehr mit dem Problem von "Recht und Unrecht". Unsere Erklärung der "Lage" nehmen Sie deshalb gleich für eine Rechtfertigung. So sehr haben Sie sich an die im freien Westen übliche Tour gewöhnt, jedes eigene Interesse auch schon für den höchsten moralischen Rechtsanspruch auszugeben. Da wir auf das Interesse des Westens aufmerksam machen, ohne es für selbstverständlich und gut zu halten, ohne die anfallenden Leichen gleich dem Osten aufs Schuldenkonto zu schreiben, werden Sie kritisch. Solche Leute wie wir, meinen Sie, sind ganz einfach für syrische, oder allgemein, östliche Gewalt. Wir billigten dem Osten ein Recht auf Interventionen zu, das wir der anderen - amerikanisch-israelischen Seite nicht zugeständen. Wie kommen Sie nur darauf? Nicht nur, daß Sie sich das zusammenphantasiert haben, wir träten für ein sowjetisches "Recht auf Intervention" ein. Sie gehen sofort zur Rechtfertigung westlicher Gewalttaten über; Sie beschweren sich, daß wir nicht in den großen Freiheitschor einstimmen, der immerzu als Reaktion auf östliche Schandtaten ausgibt, was das Militär des Westens so anrichtet. Ihre Entschuldigung ist wirklich so naiv wie wirklichkeitsfremd. Sie wollen der NATO und ihren Anhängseln in aller Güte zugestehen, sich genauso aufführen zu dürfen wie der Osten. Dabei hätte Ihnen schon beim Zusammenzählen der in der Welt tätigen Truppen östlicher Herkunft auffallen können, wie lächerlich ein solcher 'Beweis' ausfällt. Aber wahrscheinlich haben Sie das auch bemerkt und deswegen die Bilanz auf NATO-Seite weggelassen. Der NATO steht es ja zu, überall0 Frieden zu schaffen, oder?

Für uns jedenfalls folgt aus der Tatsache, daß sich die USA und die anderen NATO-Staaten jederzeit das Recht, Kriege zu führen, herausnehmen, nicht die Forderung, dann dürfe es die Sowjetunion auch. Für uns folgt aus dieser Kette westlicher Gewalttaten nur eines: Wir sind Gegner dieser freiheitlichen Gewalttätigkeiten, weil wir wissen, daß das weder den Opfern dieser Gewalt in Grenada, Mittelamerika, Libanon usw. guttut, noch denen, die in den USA, in der BRD und den übrigen NATO-Staaten den Reichtum erarbeiten, aus dem die Kriege finanziert werden. Und östliche Gewaltanwendungen? Da hab en wir ganz einfach denselben Maßstab: Springt etwas für die Leute heraus oder nicht? Also, alles klar?

Zu diesem Maßstab würden wir übrigens auch Ihnen bei der Beurteilung der imperialistischen Kriege raten. Was springt denn für Sie dabei heraus, wenn sich die NATO-Staaten die Freiheit herausnehmen, überall selber einzumarschieren oder Kriege anzuzetteln? Haben Sie sich schon einmal überlegt, woher die NATO-Oberen eigentlich das viele Geld für ihre Kriege auf dem Globus haben? Daß das aus den Überschüssen stammt, die Sie und Ihre Kollegen nicht nur bei Daimler-Benz erarbeitet haben? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was Sie davon haben, wenn in Grenada nicht Linke, sondern US-Kreaturen herrschen, wenn der Sowjetunion und Cuba überall auf der Welt militärisch bestritten wird, befreundete Regierungen zu unterstützen - sei es beim Aufbau von Ärztestationen, Bildungseinrichtungen, kleinen Beitrieben und Landwirtschaft, oder durch die "Versorgung" mit einem Gewaltapparat?

Haben Sie wirklich schon etwas davon bemerkt, daß Ihretwegen eine deutsche oder amerikanische Weltpolitik betrieben wird? Daß der Umgang mit Geld und Waffen auf dem ganzen Globus, so wie ihn die Freiheitskämpfer in Bonn pflegen, zur Steigerung Ihres Wohlbefindens erfunden wurde? Ist Ihnen entgangen, daß bei jedem Hindernis, das Ihre Politiker auf der Welt entdecken und mit dem Etikett "russisch" versehen, Ihre Freiheit nur noch "mitmachen" bedeutet? Und haben Sie noch nicht bemerkt, daß das Ziel dieser "Eindämmung" sowjetischen Einflusses nur eines ist: Die Sowjetunion selbst muß weg! Woher wir das wissen? Na, z.B. aus dem soeben durchgezogenen Entschluß, neue Waffen auf dem europäischen Kontinent aufzustellen, die auf die Entwaffnung der Sowjetunion berechnet sind, was bei uns immer "Frieden" heißt. Ansonsten empfehlen wir Ihnen die Lektüre der BILD-Zeitung, da stehen alle Frechheiten der NATO-Staaten drin. Und wenn Sie sie übersehen haben, lesen Sie die MAZ!

Sie aber meinen, wir wären für die Russen, wenn wir erklären, wie sie und ihre Bündnispartner den westlichen Kriegserklärungen begegnen.

Im übrigen:

Würden sie es mit den gleichen Mitteln tun und überall das Recht auf Einmischung praktizieren - ökonomisch ("unser" Export, "unser" Öl usw.) und militärisch -, wäre der große Krach schon längst da. Dann würden wir nicht von "begrenzten Konflikten" lesen, die den "Weltfrieden" immer nur "gefährden"!

Wollen Sie wirklich wissen, wofür wir sind?

Wir sind dafür, daß die westliche Freiheit, überall losschlagen zu können, beschnitten wird - und zwar von denen, die als Untertanen der Freiheit ihre Mittel sichern. Solange aber so Leute wie Sie sich nur die Frage stellen, ob die Gewalttaten des Westens nicht berechtigt sind, haben die Staatsmänner des Westens alle Freiheit auf dem Globus, die sie haben wollen. Sie und alle anderen Arbeiter sind es, die sich für die Freiheit von Reagan und Kohl ganz praktisch einspannen lassen, ihnen damit den Reichtum erarbeiten, den sie für ihre Kriege brauchen, und dann auch noch hinter jeder Schandtat stehen, die diese Herren im Namen der Freiheit anrichten.

(zu Frage 3b)

Daß ein Land wie die Bundesrepublik andere Staaten mit Krediten erpressen kann und das auch tut, ist Ihnen wohl völlig selbstverständlich? Sie machen sich aber keine Gedanken darüber, wieso ein kapitalistischer Staat ein Land wie die DDR erpreßt. Haben Sie sich schon einmal überlegt, warum eigentlich die Bundesrepublik und ihre NATO-Bündnispartner mittels Krediten in die Ostblockländer hineinregieren? Als vor kurzem Andropow jedem Bundestagsabgeordneten einen Brief schrieb, er solle gegen die "Nachrüstung" stimmen, da schrie die Bundesregierung "Einmischung" und "Erpressung" der nur ihrem Gewissen verantwortlichen Abgeordneten. Wohlgemerkt - ein Briefchen war's! Und wenn die Bundesrepublik mit Geld die DDR zu Wohlverhalten zwingen will, dann interessieren Sie sich nicht dafür, woher Ihr Staat eigentlich die Milliarden hat (u.a. von Ihnen übrigens!), sondern machen diese Erpressung zu einem hämischen Einwand gegen den Osten.

Warum die DDR wie andere Staaten des Ostens jetzt auf westliche Devisen dringend angewiesen und daher erpreßbar ist, ist kein Geheimnis; sie ist in Zahlungsschwierigkeiten wegen früherer West-Geschäfte. Damals machte die DDR im Grunde genau dasselbe wie jedes kapitalistische Untemehmen hierzulande auch. Normalerweise kauft man Maschinen nicht in bar, sondern auf Kredit. Und den zahlt man samt Zinsen aus den Überschüssen, die man aus den Arbeitern herausschlägt, die man an diesen neuen produktiven Maschinen arbeiten läßt. Kapitalistische Unternehmer sind offenbar sehr erfolgreich dabei, die Arbeiter so arbeiten zu lassen, daß nicht nur Zinsen für Kredite, sondem auch noch ein anständiger Profit bzw. Dividenden übrigbleiben - Ausbeutung nennt man so etwas.

Wie schaut das mit der DDR aus? Offenbar nicht so wie z.B. bei Daimler-Benz, wo Sie und Ihre Kollegen dafür zuständig sind, daß die Bilanzen stimmen! Offenbar kriegen die Wirtschaftsfunktionäre in der DDR das Kunststück, aus der Arbeit der DDR-Arbeiter einen Reibach für ihren Staat und für die westlichen Banken zu machen, nicht so hin wie die kapitalistischen Wirtschaftsbosse das mit Ihresgleichen hinkriegen. Eine Mißwirtschaft drüben? Eine typische Funktionärswirtschaft? Sachte! Bevor Sie sich zufrieden diese Bestätigung Ihrer schlechten Meinung von der DDR auf der Zunge zergehen lassen, sollten Sie einmal ganz kurz in Ihren Geldbeutel schauen. Und wenn das, was da drin ist, von Jahr zu Jahr weniger wird, dann machen Sie sich einmal Gedanken darüber, wieso Sie (und Ihre Kollegen) sich seit Jahr und Tag von den Kapitalisten erpressen lassen, für immer weniger Geld und immer weniger Sozialleistungen immer mehr Leistung abzuliefem. Mit dem, was Daimler-Benz daraus macht, werden dann nicht nur die Daimler-Kredite lässig bezahlt. Da bleibt dann sogar für die westdeutschen Banken so viel übrig, daß sie der DDR Kredite geben können. Und selbst dann, wenn die DDR in Zahlungsverzug kommt, gehen diese Banken nicht pleite, sondem können sogar noch weitere Kredite rüberpumpen - gegen neue Zinsverpflichtungen und zusätzliche politische Bedingungen, die die Bundesregierung von der DDR-Führung erpreßt. Da können Sie wirklich stolz sein auf Ihre Bundesrepublik: Die Kapitalisten machen aus Ihrer Hände Arbeit einen Reibach; der Staat erpreßt mit diesem Reichtum andere Staaten - und Sie, naja Sie können sich ja dann was für Ihren Stolz kaufen.

Übrigens haben "Wirtschaftsreformer" im Osten mitunter versucht, das in der Ausbeutung so erfolgreiche kapitalistische Vorbild zu kopieren, um die Zinsen bezahlen zu können, die sie für Kredite zu blechen haben. Die Wirtschaftsfachleute drüben haben sich da nämlich wirklich verkalkuliert: Sie dachten, Kredite für aus dem Westen importierte produktivere Maschinen könnten kein Risiko sein. Aus der höheren Produktivität Ihrer Arbeiter könnten sie lässig nicht nur Zinsen zahlen, auch für ihren sozialistischen Staat würde mehr herausspringen. Sprang aber nicht heraus, weil dem Staat drüben z.B. ein wichtiger Erpressungshebel kapitalistischer Unternehmen gegen seine Arbeiter fehlt: Mit der Rationalisierung von Arbeitsplätzen wird man üblicherweise drüben nicht dazu erpreßt, bei Strafe der Existenzvernichtung weniger für sich, dafür vor allem für Kreditgeber und Aktionäre zu arbeiten.

Wissen Sie übrigens, was westliche Bankiers bei Umschuldungsverhandlungen den realsozialistischen Wirtschaftsmanagern empfehlen? Abschaffung der Arbeitsplatzgarantie, Sitreichung der Subventionen für billige Nahrungsmittel und Wohnungen usw. Diese Idee, das in den Techniken der Ausbeutung so erfolgreiche kapitalistische Vorbild zu kopieren, hat leider östlichen "Wirtschaftsreformern" auch schon gefallen, um mit der Armut der Lohnabhängigen ihre Kredite an den Westen zurückzahlen zu können.

Nur haben ihnen da die Arbeiter z.B. in Polen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als die Lebensmittelsubventionen gestrichen, die Preise also kräftig erhöht wurden, machten die Polen etwas, an das Sie und Ihre bundesdeutschen Kollegen bei der Schmälerung ihres Einkommens nie denken: Sie machten einen Aufstand. Angesichts dessen ließ die SED entsprechende Pläne gleich wieder in ihren Schubläden verschwinden. In Polen wurde bekanntlich das Kriegsrecht eingeführt, um den Arbeitern die dem Kapitalismus abgeguckten Maßnahmen - auch Entlassungen gibt's jetzt in Polen wieder! - aufzuzwingen. Kein Wunder, daß die politischen Gefangenen in Polen mehr werden.

Natürlich rufen die Maßnahmen der östlichen Staatsgewalt Widerstand hervor. Bloß ist die Tatsache, daß hierzulande die von Ausbeutung und staatlicher Verarmungspolitik Betroffenen kaum Widerstand leisten, kein Ruhmesblatt für sie - also auch für Sie und Ihre Kollegen. Wenn es in einem Land weniger "politische Gefangene" gibt als in einem anderen, dann kann das daran liegen, daß man in dem einen wirklich weniger Gründe fürs Dagegensein hat, oder aber daran, daß man sich alles bieten läßt. Wir tippen in Ihrem Fall auf letzteres. (Haben Sie aber auch schon daran gedacht, daß wir Ihrer Forderung, Namen und Arbeitsplatz der "MAZ-Arbeiter-Kommunisten" zu veröffentlichen, nur deswegen nicht nachkommen, weil es auch in der idyllischen Bundesrepublik ein Risiko ist, prinzipiell dagegen zu sein!)

Nun, das sind die - Antworten der MAZ auf Ihre Fragen. Und wenn Sie sich künftig dazu durchringen, bei allen Taten Ihrer Politiker auf die Folgen für Ihren Geldbeutel und den Dienst zu schauen, der von Ihnen verlangt wird, - statt darauf herumzureiten, daß Sie ein "Arbeiter sind, der tatsächlich Arbeiter ist", - dann hat unser Briefwechsel etwas gebracht. Unsere Adresse haben Sie ja für den Fall, daß Sie bemerken, wie wenig die Illusion nützt, es gut getroffen zu haben mit dem Einsatz für freiheitliches Geschäft und das dazugehörige Recht auf friedensstiftende Waffengewalt. Ansonsten vergessen Sie den Briefwechsel und leben Sie wohl von dem Stolz auf eine Republik, die es perfekt schafft, Sie auszunehmen, ohne sich Ihren Zorn zuzuziehen.