"Für den Einstieg in den Ausstieg!" (Die GRÜNEN) "Für den Einstieg in den Umstieg in den Ausstieg!" (SPD) "Die Atomenergie ist nur eine Übergangslösung!" (CDU)

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Dieser Artikel ist in der MSZ 3-1988 erschienen.
Systematik: 

"Für den Einstieg in den Ausstieg!" (Die GRÜNEN) "Für den Einstieg in den Umstieg in den Ausstieg!" (SPD) "Die Atomenergie ist nur eine Übergangslösung!" (CDU)

Auch das verbucht die Bewegung als ihren Erfolg. Alle Parteien von grün bis schwarz geben sich distanziert gegenüber der Kernenergie. Was sich wie ein Zugeständnis liest, ist dem Inhalt nach ein Imperativ. Klartext: 'Für die Ewigkeit haben wir Atomkraftwerke nicht gebaut. Auf Zeit müssen sie also sein. Eben so lange, wie "wir" sie brauchen.' Mehr war nie verlangt.

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Das Vermögen, zwischen Erfolg und Betrug zu unterscheiden, ist in der Bewegung nicht sonderlich ausgeprägt. Das kann nicht an den Leuten liegen. Es muß an den Zielen hängen.

"Für einen sofortigen/alsbaldigen/baldmöglichen Ausstieg!"

hieß die immer weiter veredelte Forderung der Basis, die sich jetzt durch das Echo der großen Parteien ganz gut bedient sieht. Aussteigen, aber mit Rücksicht auf Sachzwänge nicht sofort - so geht verantwortungsbewußte Kritik von unten. Weitermachen, aber mit Rücksicht auf Risiken zeitlich begrenzt - so geht verantwortliche Politik von oben. Beides paßt ganz gut zusammen.