EINE ÜBERRASCHENDE ENTDECKUNG: DIE USA, EIN KAPITALISTISCHES LAND MIT KONKURRENTEN

Info
Dieser Artikel ist in der MSZ 6-1990 erschienen.
Systematik: 

"Spiegel"-Serie über den Niedergang der USA -
EINE ÜBERRASCHENDE ENTDECKUNG: DIE USA, EIN KAPITALISTISCHES LAND MIT KONKURRENTEN

In einem dreiteiligen Report,über den Niedergang der Vereinigten Staaten" versorgte der "Spiegel" die deutsche Intelligenz mit Hinweisen auf die zweifelhaft gewordene Weltmachtstellung der USA und einer Deutung, wie es dazu kommen konnte.

Bei den Autoren herrscht die deutschnationale Hoffnung, daß das "amerikanische Jahrhundert unerbittlich zu Ende" geht, was sie natürlich als Kronzeugen einen Amerikaner selbst sagen lassen. Die Überschrift des Reports "Irgend etwas ist schiefgelaufen " enthält den Hinweis auf das durchgängige Erklärungsmuster für das vom "Spiegel" verkündete Ende der USA als Weltmacht: die Amerikaner haben lauter Fehler gemacht, die ihnen selbst und nicht - wie in früheren Amerika-Stories uns geschadet haben. Was haben die Yankees nur falsch gemacht:

"Imperiale Überdehnung"

Eine drohende schwere Rezession, die Bankenkrise, Haushaltsprobleme, die Überschuldung von Staat und Firmen und sinkende Anteile am Weltmarkt werden aufgezählt und summa summarum als Zeichen "imperialer Überdehnung" gewertet:

"... das Weltreich Amerika kann nicht mehr bezahlen, was es unternimmt, kann nicht mehr entwickeln, was für die Zukunft notwendig wäre, kann nicht mehr produzieren, was es müßte." (Spiegel Nr. 43/1990)

Uon einem amerikanischen Staatsbankrott weiß auch der "Spiegel" nichts; daß Importieren ein Fehler und Schwächezeichen wäre, will er sicher auch nicht behaupten; und woher er die Notwendigkeiten der Zukunft kennt, bleibt sein Geheimnis. Um so klarer die Botschaft: Die USA hätten jetzt die Kacke, weil sie nicht darauf geachtet hätten, ihre Weltmacht im Einvernehmen mit ihren ökonomischen Potenzen zu betreiben. So als hätten sie aufs sträflichste einen Grundsatz aus dem Lehrbuch 'Wie werde und bleibe ich eine Weltmacht' vernachlässigt. Und zwar ausgerechnet die besonders lächerliche Maxime: Lebe nie über deine Verhältnisse, wenn du die Welt beherrschen willst. Diese Dummheit leuchtet jemandem ein, der auf den Erfolgsweg der deutschen Nation fürchterlich stolz ist, die sich unter dem Schutz des amerikanischen Weltpolizisten einige Unkosten für ein gleichberechtigtes Mitherumwirtschaften in der Welt sparen konnte. Sie zeugt von iner nationaln Schadenfreude über Mißerfolge der bisher unbestrittenen Führungsmacht, in der die Deutschen ab sofort nur noch den Konkurrenten sehen wollen, und zwar am liebsten den schon längst unterlegenen. Von diesem Standpunkt aus müssen die Deutschen ihren amerikanischen Brüdern sagen, daß ihre ganze Weltmacht längst ein Koloß auf tönernen Füßen ist: Sie entspräche nicht mehr den ökonomischen Mitteln. (Die hat ja jetzt Deutschland.)

Wie ein solches Entsprechungsverhältnis zwischen militärisch-politischer Macht und ökonomischer Grundlage auszusehen habe, wüßte der "Spiegel" selber nicht zu sagen. Braucht er aber auch gar nicht. Mit der Vorstellung eines unmöglichen Mißverhältnisses läßt sich eine dreiteilige Story wunderbar durchstylen. Man kann das einmal nach der Seite der Macht auflösen: Dann haben sich die Amerikaner zuviel für ihre Verhältnisse vorgenommen - das heißt dann "imperiale Überdehnung". In den USA mag es diese Auffassung als pessimistische Minderheitsposition geben, den politischen Geschmack von optimistischen Liebhabern des neuen, großen Deutschland trifft sie total.

Man kann das Mißverhältnis aber auch nach der Seite der Mittel deuten: Die Mittel, die für die Aufrechthaltung der Weltmacht USA erforderlich wären, fehlen. Damit ist die Suche nach Gründen eröffnet, weshalb die Vereinigten Staaten nicht über die ökonomischen Mittel verfügen, die sie eigentlich bräuchten. Während diese Suche in den USA vornehmlich als Suche nach Schädigern des amerikanischen Erfolgswegs im Ausland verläuft, sucht und findet der deutsche Michel den Schuldigen bei den Amerikanern selbst und rechnet ihnen das unmöglichste Zeug als Versäumnisse auf dem Feld der eigenen Ökonomie und Gesellschaft vor.

"Die Militarisierung"

"Vor allem 40 Jahre Militarisierung im Kalten Krieg haben Wirtschaft und Gesellschaft des Landes schwer verwundet." (43/1990)

Beweis:

"Für zivile Forschung und Entwicklung geben die USA, bezogen auf die Bevölkerung, seit Jahren weit weniger aus als Japan und Westeuropa."

Ein zuviel an Rüstung, an Militär habe die amerikanische Wirtschaft ökonomisch ins Hintertreffen geraten lassen. Hat man das im "Spiegel" nicht einmal anders gelesen, nämlich so, daß die Rüstungsausgaben der amerikanischen Regierung ein einziges riesiges Konjunkturprogramm wären? Reagan - ein Keynesianer wider Willen? Genauso verkehrt, aber damals konjunkturgemäß.

Ob eine Nation die Kosten ihrer Rüstung verträgt, ob diese Kosten das Geschäft beleben oder beeinträchtigen, hängt nämlich schon ein bißchen davon ab, was die Wirtschaft ohne die Rüstung hergibt, was sie durch die Beziehungen zum Weltmarkt an Wachstum zusammenverdient und wieviel die Rüstungswirtschaft dazu beisteuert. Aber der "Spiegel" will weder über die ökonomische Eigenart der Rüstung (faux frais) etwas mitteilen, noch darauf eingehen wie aus diesen faux frais ein Problem oder ein Zusatzgeschäft wird. Daß gesellschaftlicher Reichtum, der fürs Militär verwendet wird Abzug von dem kapitalistisch verwendbaren akkumulationsfähigen Reichtum darstellt daß deshalb das relative Ausmaß der Rüstung das Konkurrenzergebnis imperialistischer Staaten mitbestimmt, ist in den Redaktionsräumen unbekannt. Die Verfasser des Reports über den Niedergang der USA nehmen das passende Wort "unproduktive Kosten" in den Mund, meinen damit aber einen "mangelnden Nutzen von Militärinvestitionen für zivile Zwecke."

Sie fantasieren sich Wirkungen von zuviel Rüstung zusammen, die jenseits der ökonomischen Wirkung der Rüstungsausgaben liegen, in den Forscherhirnen. Die USA hätten, wenn sie z.B. nicht soviel militärische Forschung betrieben hätten, mehr für zivile Forschung ausgeben können. Dann hätten sie vielleicht soviel wie die Konkurrenten Westeuropa und Japan dafür ausgeben können. Da sie aber (pro Kopf der Bevölkerung) weniger dafür ausgegeben haben, ist die militärische Forschung der USA daran schuld, daß die zivilen Forschungsausgaben der USA geringer sind als die der Konkurrenten. Vor lauter Eifer, den USA ihre Rezession als gerechte Strafe für einen enorm unwirtschaftlichen Umgang mit ihren Potenzen hinzurotzen, versteigt sich das Blatt der deutschen Intelligenz zur Propagierung absurder Wachtumstheorien. "Innovationen", die Leistungen der besten Köpfe der Nation, gehören in die zivile Wirtschaft, Erfindungen auf diesem Gebiet treiben das Wachstum an, auf das Militärische verschwendet bewirken sie Rück- stand. Das sieht man dann:

"Die Folge: Techniker und Wissenschaftler in Japan und Europa sind klarer auf ökonomische Aufgaben gedrillt und arbeiten produktiver." (ibd.)

Woraus zum Teufel soll sich diese Folge ergeben? Wenn man kurzerhand die Techniker und Ingenieure zu den Urhebern der Konkurrenzerfolge und Konkurrenzniederlagen der USA erklärt, dann beweisen die Konkurrenzniederlagen, daß die Kollegen in Japan und Deutschland "klarer auf ökonomische Aufgaben gedrillt" sind und "produktiver arbeiten". Und dies liegt wieder an der Fehlleitung von Begabungen in militärische statt in zivile Forschung. Dieselben Schreiber haben in Dutzenden ihrer Beiträge das Lied vom Krieg als Vater aller Dinge gesungen, und den zivilen Segen militärischer Erfindungen beschworen und dafür sogar das (amerikanische!) Wort "spin-off" ins "Spiegel"-Deutsch eingebracht. Weshalb sie es jetzt für notwendig erachten, an brauchbaren Nebeneffekten militärischer Forschungen und Investitionen ausdrücklich Zweifel anzumelden und es als "Minderheitsmeinung einiger weniger Experten" hinzustellen.

"Unvermögen", die eigenen Patente zu nutzen

Die Schilderung verlorener Marktanteile der US-Industrie auf den Feldern Automobile, Flugzeuge, Computer und Fernseher stimmt den "Spiegel"-Leser darauf ein, den Amerikanern anhand der internationalen Patent- und Lizenzbilanz einen weiteren Fehler vorzurechnen. Sie hatten alles an know-how, bloß nicht das, es auszunutzen:

"Japaner und Europäer wiederholen, was zu Beginn der Industriezeit die Briten und bis nach dem Zweiten Weltkrieg die Amerikaner selbst meisterhaft verstanden haben: Erfindungen ausländischer Wissenschaftler als Grundlage neuer Massenmärkte zu nutzen".

"Das Unvermögen, eigene Produkte erfolgreich weiterzuentwickeln, hatte Amerika schon vorher die Foto, Audio- und Videoelektronikproduktion gekostet." (43/1990)

Hatte nicht der "Spiegel" erst im letzten Jahr vorgerechnet, wie wenige Patente in Europa, in Deutschland, angemeldet würden, und die Tatsache des umfangreichen Erwerbs von Patenten aus den USA als untrügerisches Indiz der "Eurosklerose" gewertet? So würde es mit Europa bergab gehen. Jetzt, wo es den Niedergang der USA auszupinseln gilt, wird der Verkauf von Patenten aus den Vereinigten Staaten zum Indiz des Gegenteils, zum Zeichen des Niedergangs Amerikas.

Wenn der Erwerb von Patenten das eine Mal für den Erwerber, das andere Mal gegen ihn, der Verkauf von Patenten ebenso das eine Mal für den Veräußerer, das andere Mal gegen denselben spricht, dann sprechen Erwerb und Veräußerung von Patenten für nichts. Allemal entlockt die Absicht die Botschaft.

Und die Absicht des "Spiegel" geht nun einmal dahin, die USA als Versager hinzustellen. Und zwar schon wieder auf dem Gebiet der geistigen Konkurrenz, in die sich der Kampf mit Produktionspreisen und Marktpreisen allemal auflöst, für den "Spiegel". Wenn er bei Gelegenheit wieder einmal japanische Geschäftserfolge beklagt, fällt ihm sicher wieder Dumping, die Ausbeutung zarter Philippinen und die unanständige Arbeitswut gewisser Schlitzaugen ein. Übrigbleibt bei dieser Betrachtung über die Konkurrenznation die abschätzige Bemerkung, daß sie eben ein Verlierer sei. Ihren mangelnden Erfolg hätten die amerikanischen Kapitalisten ihrem Land letztlich durch eine falsche Erfolgsmoral eingebrockt:

Raffendes statt schaffendes Kapital

"Spiegel"-Schreiber sind Künstler darin, quantitative Beziehungen zwischen inkommensurablen Dingen aufzumachen.

"Der Aktienkws wird mehr gepflegt als die Basisinvestitionen oder gar der Marktanteil." (43/1990)

Endlich einmal jemand, der das passende Verhältnis zwischen den Geschäften an der Börse und soliden Investitionen in ebenso solide Marktanteile kennt! Der weiß, wann ein Aktienkurs kein Schwindel ist, sondern eine gerechte Gewinnerwartung ausdrückt, wann Geld in die Industrie zu fließen hat, statt an die Börse! Leider wird das gesunde Verhältnis nicht verraten, so daß man nur erfährt, daß es nicht mehr vorhanden ist, weil die Amerikaner es kaputt gemacht haben. Und zwar mit ihrem schlechten Charakter:

"Produktivität ist weniger gefragt als Profit, Lohndrückerei mehr als Massenkaufkraft".

In der Vorstellungswelt des "Spiegel"-Journalisten ist alles noch in Ordnung: Die Produktivität der Arbeit ist kein Mittel des Profits, sondern sein lohnendes Gegenteil; Lohndrückerei ist kein Mittel für den profitablen Verkauf von Waren, sondern eine falsche Verkaufsstrategie. Oder anders ausgedrückt: Amerikas Geschäftswelt hat es nicht verstanden, genügend Geld zu verteilen, um es klotzig zu verdienen. Bei Gelegenheit der nächsten Tarifrunde wird dem "Spiegel" schon wieder einfallen, daß die Sache mit der Massenkaufkraft eine gewerkschaftliche Lüge ist und die deutschen Löhne im Vergleich zu den amerikanischen viel zu hoch sind. Das haltlose Geschwätz des "Spiegel" handelt aber gar nicht von dem Verhältnis zwischen Produktivität, Profit, Lohndrückerei und Massenkaufkraft, sondern nur von Amerika. Und davon, daß die amerikanische Ökonomie ihren Mißerfolg verdient hat:

"Finanzabenteuer, Schuldenmentalität und der Run auf das schnelle Geld brachten Amerikas Industrie auf die Bremsspur." (43/1990)

Während die Deutschen mit soliden, schuldenfreien Laubsägearbeiten die Überholspur besetzt halten, oder wie?!

"Die Großverdiener der achtziger Jahre waren Finanzhaie vom Schlage eines Michael Milken - sie bewegten viel und schufen nichts." (44/1990)

Wohingegen Flick und Edzard Reuter eigenhändig Autos und Panzerfabriken schaffen, oder was?!

Daß der "Run auf das schnelle Geld" eine Spezialität der USA des ausgehenden zwanzigsten Jährhundert ist, zählt zu den Märchen. Mit Eigentumstiteln wie Aktien läßt sich eben per Kauf und Verkauf (= schnell) überall ein Geschäft machen, wenn der Aktienmarkt von der Spekulation dafür präpariert ist. Wenn nicht, dann nicht. Daß das produktive Kapital auch für den Gewinn des Geldkapitals geradezustehen hat, ist auch keine Besonderheit der USA. Daß die Agenten des Geld- und Aktienkapitals in den Blick geraten, wenn es einen ökonomischen Mißerfolg einer kapitalistischen Nation zu deuten gilt, hat Tradition. Bei dieser Spezies Mensch will man entdeckt haben, daß es ihr bloß ums Geld geht, als wäre das nicht der Zweck der ganzen Produktionsweise und als hätten sich nicht auch die produktiven Kapitalisten mit Haut und Haaren diesem Zweck verschrieben. Es ist so, als hätten die respektvoll staunend beschriebenen buyout-Geschichten, die genüßliche Schilderung von Finanzkunststückchen die Schreiber eingeholt, so daß sie die USA zu einem Land des raffenden statt des schaffenden Kapitals stilisieren. Ein Sittenbild einer verkommenen, dekadenten amerikanischen Kapitalistenklasse des ausgehenden Jahrtausends wird gezeichnet, die die amerikanische Weltmachtrolle verspielt, während wir, vor allem unsere "schaffenden" Kapitalisten, alles richtig machen.

Neues imperinlistisches Selbstbewußtsein Deutschlands

Diese Selbstzufriedenheit mit dem Erfolg der eigenen Nation ist an die Stelle des Ärgers getreten, der die "Spiegel"-Kommentare noch vor ein paar Jahren beherrschte:

"Europa verliert durch die grapschigen Amerikaner Kapital, das auf dem alten Kontinent besser dazu verwendet würde, den Rückstand in Zukunftsbranchen wie der Mikroelektronik gerade auch gegenüber den Amerikanern aufzuholen." (9/1985)

Da sind die Amis zum einen vorgekommen als welche, die Fehler zu unseren Lasten machen, zum anderen als eine Nation, an der niemand vorbeikommt - nach dem Motto: Wenn Amerika hustet, holt sich die ganze Welt den Schnupfen. Vor 3 Jahren noch kommentierte der "Spiegel" die Dollarbewegung folgendermaßen:

"Wenn Amerika Fremdgeld ins Land holen will, um sein Haushaltsdefizit zu finanzieren, läßt es den Dollar steigen. Wenn Amerika seine Außenhandelsbilanz in Ordnung bringen will, läßt es den Dollar gegenüber den Hauptexportwährungen Yen und Mark runtersausen. Lust und Laune Amerikas spielen Schicksal in allen Teilen der Welt, en gros und en detail. Denn Potenz, Beweglichkeit und politische Stärke der Vereinigten Staaten haben die Dollarwährung zu einer Vielzweckwaffe verwandelt, mit der keine andere Währung der Welt mehr zu vergleichen ist."

Und:

"Der Dollar könnte... ein weiteres Mal die Achterbahn besteigen. Und wieder wird der Rest der Welt folgen müssen. Dennn nichts führt daran vorbei, daß hinter der US-Valuta

- das bevölkerungsreichste Land des industrialisierten Westens,

- der größte Binnenmarkt der Welt,

- die größte Militärmaschine aller Zeiten, auf die sich Europa wie Japan angewiesen sehen, und

- ein Volk mit einem fast erotischen Verhältnis zum Geld steht." (4/87)

Alles, was der "Spiegel" damals für die USA sprechen ließ, ist mit einem Schlag für bedeutungslos erklärt. Sind die USA nicht mehr das bevölkerungsreichste Land des industrialisierten Westens, zählen sie vielleicht schon nicht mehr zum industrialisierten Westen: Ist der amerikanische Markt nicht mehr der größte Binnenmarkt: Haben sie vielleicht nicht mehr die größte Militärmaschine aller Zeiten: Und das erotische Verhältnis zum Geld: Gestern noch als Garant für den Erfolg unter den kapitalistischen Nationen gehandelt ist heute Beleg für den Niedergang der USA!

Der "Spiegel" hat entdeckt, daß Deutschland 1990 Konkurrent der USA sein will, und zwar ein überlegener. Im Zeichen dieses Selbstbewußtseins erstellt er ein Gutachten über den Versager auf der anderen Seite des Atlantik, der ganz zu Unrecht noch immer die Führungsmacht markiert. Zum Beleg stöbert er voller Verachtung immer wieder die Tatsache auf, daß es sich bei den USA um ein kapitalistisches Land handelt, bei seinen Geschäftsleuten um Kapitalisten, bei seinen Lohnarbeitern um ein Proletariat. Die deutschnationalen Vorzeichen machen aus diesem Befund einen Skandal: Amerika erlaubt sich zuviel. Ein ziemlich birnenmäßiger Optimismus des"Spiegel".