DIE GRÜNEN

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Dieser Artikel ist in der MSZ 11-1986 erschienen.
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DIE GRÜNEN

Milan Horacek, Uli Fischer und Eva Duistorp waren eingeladen, eine Woche nach dem Gipfel in Reykjavik in Kopenhagen am "Weltkongreß des Internationalen Friedensjahres" teilzunehmen.

"Thematische Schwerpunkte... waren die Forderung nach Streichung der amerikanischen Strategischen Verteidigungsinitiative im Weltraum (SDI) sowie die Forderung nach einem atomaren Teststopp"

- meint die SZ.

Nicht so die Grünen. Ihr thematischer Schwerpunkt: der exil-afghanische Professor Batin Schah Safi. In der "taz" beschwert sich Uli Fischer:

"Als der afghanische Professor... über die Erziehung von Flüchtlingskindern in Pakistan reden wollte, wurde er von Kongreßteilnehmem niedergeschrien. Obwohl das Podium den Sprecher ausreden ließ, weigerten sich die aus dem Ostblock stammenden Simultanübersetzer, ihre Arbeit zu tun. Sie meinten, der 'Mann rede am Thema vorbei'."

Womit sie ja so unrecht nicht hatten. Aber ein Grüner hält die Reklame für Ausbildung von Contras gegen die Sowjetunion und ihre Verbündeten für eine Sache, die er unterstützen muß, damit sein Friedensgeseiche nicht mit Willfährigkeit gegenüber dem Feind der Nation verwechselt werden kann.

"Heftige Proteste von seiten Milan Horaceks hatten keinen Erfolg... Das Ganze erinnert an die Gorbatschowsche Öffnung: nach außen offen und im Hintergrund den Daumen drauf."

Die deutschen Grünen lassen sich von Russen nicht täuschen. Vor ihren Maßstäben demokratischer Offenheit, wo man mitten in einem Friedenskongreß "Afghanistan" brüllen muß, hat Gorbatschow keine Chance.