DIE 10 GEBOTE DER FRIEDENSWAHL

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Dieser Artikel ist in der MSZ 4-1980 erschienen.
Systematik: 

Wahlen, Wähler und Gewählte
DIE 10 GEBOTE DER FRIEDENSWAHL

Das ist sie, die Alternative für die 80er Jahre Wie man sieht, unterscheiden sich die beiden gewaltig. Beide wollen die Macht. Beide reden viel von Frieden, Freiheit und Sicherheit, machen aber keine Wahlversprechen. Beide bezeichnen sich als den fähigeren Staatsmann und bezichtigen den anderen der Unfähigkeit. Beide erklären sich gegenseitig zum Sicherheitsrisiko. Beide besitzen ihren glaubwürdigen Charakter und die seltene Fähigkeit, mal intellektuell brillant, mal volkstümlich zupackend aufzutreten. Beide beherrschen die Kunst, das Gesicht so zu verziehen, daß es typisch glaubwürdig, verantwortungsbewußt und sorgenvoll aussieht. Beide sind klein gewachsen und glücklich verheiratet.

Wen soll man nun stoppen? Wir sind nach gründlicher Abwägung aller Für und Wider zu einem tragbaren Kompromiß gekommen, der zwar nicht allen alles recht macht, sich aber sehen lassen kann - nämlich beide zu stoppen.

Der Unterschied, ob man unter Schmidt oder Strauß mehr Steuern zu zahlen hat und die Gesundheit gedämpft bekommt, mag ja noch riesig sein. Ob man aber auf Geheiß des Oberbefehlshabers Schmidt in kritischer Bündnistreue der Freiheit den Frieden freizuschießen hat, oder auf Geheiß des Oberbefehlshabers Strauß gegen den Osten dem Frieden die Freiheit freizukämpfen hat - dieser Unterschied ist uns dann doch zu gering.

Nicaragua

MANN, WIE MENSCHLICH!

Mit den Gewalttätigkeiten eines Diktators Schluß zu machen, der mit ausländischer Hilfe alle foltern, zusammenschießen und umbringen läßt, die ihm im Wege sind, ist eine Sache. Wozu das gemacht wird, eine andere. Da scheiden sich die Geister - in Nicaragua und hierzulande. Hierzulande wird von Christen und Volksfreunden nach Unterstützung gerufen, während sich die Regierung mit Krediten zurückhält. Dort machen Christen und Volksfreunde die Herrschaft in der Hoffnung, vom Westen die Chance für einen 'nationalen Wiederaufbau' ohne frühere Gewalttätigkeit und früheres Elend finanziert zu bekommen. Das kann nicht gutgehen. Dies nicht wahrhaben zu wollen, heißt, daß die Junta nicht bloß eine Regierung von gutwilligen Illusionären ist.

Gentechnologie

GENE UNTER BESCHUSS

Frankenstein, Formicula und Alien sind die gruselig-vergnügliche Bebilderung von Vorstellungen, die sich beim Stichwort Gen-Technologie mit viel wissenschaftlichem Niveau austoben. Natürlich will das niemand wahrhaben, wenn er über eingebildete Gefahren und Verantwortungen redet. Dabei zielen die Debatten nur auf ein wenig Beunruhigung über gar nicht vorhandene neue Möglichkeiten - und damit auf die Beruhigung über den tatsächlichen Umgang mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Worin er besteht, erfährt man also weder von der Öffentlichkeit noch von den Wissenschaftlern richtig. Dazu muß man schon die MSZ lesen.