BAYERN FÜR BURLI...

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Dieser Artikel ist in der MSZ 6-1988 erschienen.
Systematik: 

BAYERN FÜR BURLI...

Die bayerische Staatsregierung, in allen Zukunftsfragen wegweisend, empfiehlt ihren Beratungsinstitutionen folgendes Argument gegen unwillige Schwangere, daß sie doch auf jeden Fall den Balg erst mal produzieren und dann zur Adoption freigeben sollten. Dabei haben sie sich, gründlich wie Politiker nun einmal denken, das Folgeproblem erdacht, daß eine Schwangere eventuell auf den Handel nicht einsteigen könnte aus Furcht davor, daß das Kind danebengeht und sie darauf sitzen bleibt. Dagegen erwägt die bayerische Staatsregierung die Idee von Staatsmündeln ins Spiel zu bringen, die Garantie einer staatlichen Übernahme mißlungener Kreaturen. Und da wird dann auch noch haarklein ausgerechnet, was den Steuerzahler die Finanzierung von Staatsmündeln kosten würde - verschwindend wenig, gemessen an der Vervielfachung von Steuerzahlern durch die Ermutigung zur Kinderproduktion.

Weil Vater Staat möglichst viele Kinder kriegen will, appelliert er zuerst an die Mutterliebe, macht ihr dann ein marktwirtschaftliches, nachfrageorientiertes Angebot, spekuliert dabei auf die Mutterinstinkte, wenn das Kleine erst einmal da ist und überlegt sich eine Versicherungsklausel für den Fall, daß die Mama mit ihrem Mongo unzufrieden sein sollte.